Vielfalt Natur

LBV Starnberg

Fund im Garten:
Welches Ei ist das - und was ist los gewesen: Geschlüpft oder geknackt?

Foto: Uli Singer

Fundort Garten, Größe der Eier: ca. 30 mm in Längsrichtung, Farbe türkis, braun gesprenkelt; Fundzeit: Ende Juni

Für unseren Gewährsmann Sepp Willy ist die Interpretation ziemlich einfach:

 

Fundort Garten, Größe und Farbe samt Musterung: Es sind Eier der Amsel.
Schicksal: Mit Sicherheit wurden die Eier aus dem Nest geplündert und der Inhalt verzehrt , zB von Rabenkrähe, Elster, Marder, Eichhörnchen. Denn:

Die Fundzeit Ende Juni spricht dafür, dass es sich um die zweite, vielleicht sogar schon um die dritte Brut handelt. Damit ist der Vorfall zwar für den Gartenbesitzer wenig erfreulich, für die gesamte Amselpopulation indessen nicht so einschneidend, gibt es doch - mit Schwankungen nach Witterung - bereits Anfang Mai die ersten flüggen Jungamseln.

Wenn die Jungen aus dem Ei schlüpfen, brechen die Schalen praktisch immer in zwei ungefähr gleich große Hälften auseinander, quer zur Ei-Achse.
Diese Ei- bzw. Schalenreste werden von den Elternvögeln aus dem Nest getragen und irgendwo fallen gelassen.. Daher findet man praktisch nie zwei zusammenpassende Schalen, schon gar nicht nahe beieinander.

Allerdings ist es das Schicksal auch nicht allzu weniger Erst-Bruten, dass sie selbst teilweise als Futter für andere (Jung-)Tiere, auch Vögel, herhalten müssen. So gibt es Vogelarten, bei denen die Brut später schlüpft als der Durchschnitt anderer Arten, damit das Nahrungsangebot für ihre Jungvögel große genug ist - Strategie des Überlebens in der Natur.  H.G.

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