Vielfalt Natur - Bedrohung der Vogelarten

LBV Starnberg

 Studie des Bundesamtes für Naturschutz BfN 2008 zum
Status der Bruvogelarten in Deutschland:
Feldvogelarten in Not

 Die Verlierer der Agrarpolitik

 Feldvögel in Not

Die soeben veröffentlichte Studie „Vögel in Deutschland 2008“ wird durch aktuelle Meldungen aus Großbritannien bestätigt: Einige der typischsten Feldvogelarten weisen vielerorts in Europa den niedrigsten Bestand seit 1970 auf. Auch in Bayern sind die Bestände der Arten des Agrarlandes, wie Feldlerche, Kiebitz und Rebhuhn, seit Jahren rückläufig. Fakt ist: die Feldvögel sind seit Jahren europaweit die am stärksten gefährdete Vogelgruppe! Der LBV sieht dringenden Handlungsbedarf und setzt dabei auf optimierte Förderprogramme und die Zusammenarbeit aller betroffenen Interessensgruppen.

Der soeben veröffentlichte Bericht des Bundes-amtes für Naturschutz „Vögel in Deutschland 2008“ zeigt auf, in welcher prekären Lage sich die meisten unserer Feldvögel befinden. Bereits Anfang September zeichnete die neu veröffentlichte „Rote Liste der Vögel in Deutschland“ ein ähnliches Bild: knapp 60% der Arten des Agrarlandes werden als gefährdet eingestuft.

„Es ist bekannt, dass die allgemeine Intensivierung der Landwirtschaft, wie sie von der Europäischen Agrarpolitik oft auch noch gefördert wird, in erster Linie für den drastischen Rückgang unserer Feldvogelarten verantwortlich ist. Auch die Beschlüsse der gerade zu Ende gegangenen Agrarministerkonferenz werden die Situation kaum verbessern“, so Frauke Lücke vom Landesbund für Vogelschutz (LBV).

 

  Offenbar scheint die Abschaffung der Stilllegungs-Verpflichtung bereits jetzt spürbare negative Auswirkungen zu zeigen und wird auch in Zukunft für weitere Bestandesrückgänge verantwortlich zu machen sein. Angesichts der letzten Zahlen erneuert der LBV seine Forderung nach einer angemessenen Kompensation für diesen Wegbruch an wichtigen Lebensräumen - beispielsweise durch einen Anteil an „ökologischen Vorrangflächen“ auf jedem Betrieb.

Sicher ist jedenfalls, dass es höchste Zeit ist zu handeln. Die Daten aus verschiedensten Quellen zeigen, dass die bisherigen Förderprogramme die Situation der Feldvögel nicht verbessern, sondern lediglich einen noch schlimmeren Einbruch verhindern konnten. Für ein rasches Reagieren, wie es nun erforderlich ist, sind die Agrarförderprogramme allerdings zu starr gestrickt und die Agrarsubventionen insgesamt zu stark auf Preisstützung ausgerichtet.

  Daher fordert der LBV zum einen eine angemessene Entlohnung für wirksame Leistungen zum Erhalt der Kulturlandschaft, und setzt zum anderen auf eine flexible, interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Partnern aus der Landwirtschaft und dem Naturschutz, beispielsweise im Rahmen des Bereichs Biodiversität und Landnutzung der Bayerischen Biodiversitätsstrategie. Nur so wird man einerseits den bedrohten Arten der Kulturlandschaft helfen und andererseits das Überleben der kleinen und mittleren landwirtschaftlichen Betriebe sichern können.
  Hilpoltstein, den 21.11.2008, V.i.S.d.P. und Ihre Ansprechpartnerin: Frauke Lücke
Landesbund für Vogelschutz in Bayern e. V., Eisvogelweg 1, 91161 Hilpoltstein

Hervorhebungen: HG

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