| Vielfalt Natur - Arten des Jahres |
| Baum des Jahres 2006 |
| Die Schwarzpappel | |
| Populus nigra | |
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Foto: Anja Bach |
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Prächtige
Schwarzpappel am Badegelände bei Utting am Ammersee. |
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Schon vom April 2004 stammt der folgende Beitrag, den
Sebastian Werner für unser Mitgliederrundschreiben verfasst hat,
der aber dort noch nicht erschienen ist, geringfügig ergänzt.
Inzwischen hat der Forststudent Tobias Zehetmair, aktives Mitglied des LBV
Starnberg, eine Seminararbeit über die
Schwarzpappel verfasst, aus der wir später ergänzend zitieren werden.
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Dass die Schwarzpappel zum "Baum des Jahres 2006" erklärt wurde, freut uns sehr, lenkt dies doch die Aufmerksamkeit auf diese seltene Baumart. Zu hoffen ist, dass damit die bescheidenen Mittel aufgestockt werden, um artreine europäische Schwarzpappeln aufzufinden und zu identifizieren (DNS-Analyse), aber auch, um diesen knorrigen, mächtigen Baum wieder zu vermehren. Hierbei ist auch engagierten Forstleuten zu danken. H. G. |
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Projekte im Artenschutz Die Schwarzpappel |
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| Im LBV
Starnberg gibt es eine Neigung zum Wald und zu seltenen
Baumarten. Von der heimischen Schwarzpappel gibt es in
Bayern vermutlich nur noch wenige hundert Exemplare, sie steht
als "stark gefährdet" (RL-BY 2) auf der Roten Liste der
gefährdeten Pflanzen Bayerns; in
Deutschland rechnet man nur noch mit 3.000 Exemplaren.*) Im
Landkreis Starnberg sind es nach unserem derzeitigen
Kenntnisstand genau elf Bäume, einer davon am Starnberger See,
drei in Inning und sieben bei Breitbrunn. Früher wuchs die
Schwarzpappel in den Auwäldern an größeren Bächen und Flüssen.
Naturbelassene Auwälder gibt es aber kaum mehr. Dass die Schwarzpappel nicht nur in Tieflagen der großen Flüsse, sondern auch an unseren beiden großen Seen in Ufernähe zu finden ist, muss man wohl dem vergleichsweise ausgeglichenen Seeklima zuschreiben, welches Wärme liebende und eher frostempfindliche Baumarten begünstigt. Dass es kaum mehr autochthone, artreine europäische Schwarzpappeln gibt hat noch einen weiteren Grund: Aus Nordamerika hat man verschiedene Pappelarten, (Amerikanische Schwarzpappel, P. deltoides genannt), eingeführt und mit der (europäischen) Schwarzpappel eingekreuzt zu zahlreichen starkwüchsigen Zuchtsorten, die dann summarisch Kanadapappeln genannt werden (Populus x canadensis). |
Erste
Hinweise auf „autochthone“ Schwarzpappeln erhielten wir von dem
Herrschinger Botaniker Burkhard Quinger. Namensgebendes Merkmal
alter Schwarzpappeln ist die tief-rissige, starke, schwarze
Borke; diese Eigenschaft ist aber nicht charakteristisch genug,
sodass selbst erfahrene Forstleute Schwierigkeiten mit der
Bestimmung artreiner Exemplare haben. Daher ließen wir Material
unserer "Verdachts-Pappeln" von Forstgenetikern mittels
DNA-Analyse untersuchen. Mit allen eingesandten Proben lagen wir
richtig. Parallel zu uns haben Wissenschaftler und Forstleute aus Freising mit der Identifizierung von Schwarzpappeln in den Isarauen begonnen. Langfristiges Ziel ist die Vermehrung der Art in ihren natürlichen Wuchsgebieten, ggf. durch Nachzucht. Dabei kooperieren wir auch mit der ETH Zürich und Fachleuten aus Linz und Wien: Letztere sind in ihren Bemühungen schon ein Stück weiter. Erfreulicherweise haben die Österreicher haben uns auch gleich berichtet, welche Anfangsfehler ihnen unterlaufen waren - für uns äußerst zweckdienlich! Sebastian Werner |
| *) Anmerkung: Der Artikel wurde nach bestem Wissensstand von 2005 verfasst. Einen Erfolg scheint die Kür zum "Baum des Jahres 2006" und die Bemühungen um eine bessere Kenntnis und um den Erhalt bisher (Anfang 2007) gehabt zu haben: Offenbar gibt es doch noch erheblich mehr autochthoner Schwarzpappeln in Bayern und in Deutschland, als bislang bekannt war. Ein Problem scheint (derzeit) weiter die mangelhafte Naturverjüngung zu sein. Daher sind die Bemühungen um den Erhalt dieser Baumart nicht überflüssig. H. Guckelsberger, 18.2.2007 | |
| Anmerkung: Diese Bemühungen um selten gewordene Baum-Arten, hier der Schwarzpappel, finanzieren SIE mit IHREN Mitgliederbeiträgen und Spenden an den LBV Starnberg - von staatlicher Seite haben wir (bisher) nichts zu erwarten (gehabt). Der Vorstand des LBV STA begrüßt und unterstützt diesen Aufwand von Sebastian Werner im Sinne der Bewahrung der heimatlichen Natur. Daneben ist es Sebastian Werner selbst, der sich mit enormem Zeitaufwand dabei zusätzlich auch ehrenamtlich einbringt. H. Guckelsberger | |
| zu Arten des Jahres | zu: Seltener Riese am See (SZ-STA v. 22./23.10.2005) |
| zu Aktuelles 2005 | zu: DNA-Analyse beseitigt Zweifel (MM-STA v. 26.10.05) |
| zu Pressespiegel 2005 | zu: "Maserknollen" an der Schwarzpappel |
| zu: "Ernte" von Trieben zur DNA-Bestimmung bei der Schwarzpappel | |
| zu: Bastarde verdrängen den Baum des Jahres (LT, 22./23.10.2005) | |
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zu: Baum des Jahres 2005 dringend gesucht (FFB-Tgbl 10/2005) |
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