Umwelttipps

LBV Starnberg

Winterfütterung der Vögel

Unsere heimischen Vögel sind an die kalte Jahreszeit sehr gut angepasst. Darum ist die Winterfütterung ökologisch betrachtet nicht im Sinne der Natur! 
Viel besser als ein Futterhäuschen ist es z.B., den eigenen Garten in ein Naturparadies zu verwandeln. Denn in einem naturnah gestalteten Garten mit heimischen Sträuchern und Laub unter den Büschen finden unsere Vögel auch in der kalten Jahreszeit genug zum Überleben.
Andererseits haben wir im Winter die besondere Gelegenheit unsere Wintergäste hautnah auf dem Fensterbrett oder im Garten am Futterhäuschen zu beobachten. So kann die Freude an der Natur und die Liebe zur Natur besonders bei Kindern geweckt werden. 
Wer dann seine Wintergäste am Häuschen kennt, der wird bald feststellen, dass nur rund 20 verschiedene Vogelarten von insgesamt 240 Brutvogelarten in Deutschland zu sehen sind.
Viele Arten, die als gefährdete Arten auf der Roten Liste stehen, kommen kaum ans Futterbrett, da sie entweder als Zugvögel die Wintermonate in südlicheren Gefilden verbringen oder als Spezialisten an bestimmte Lebensräume der freien Landschaft (z.B. Seen, Sümpfe, Gebirgswälder...) gebunden sind. Diese Lebensräume sollten wir erhalten und schützen und Störeinflüsse vermeiden - denken Sie etwa an Kiebitz und Brachvogel. Dafür setzten sich die Verbände für Naturschutz wie der LBV u. a. ein.
Sie müssen aber auf die Winterfütterung nicht verzichten, wenn folgendes beachtet wird:
  • Nur bei geschlossener Schneedecke, Vereisung oder Dauerfrost füttern (unter -5 °C)
  • Maßvoll und regelmäßig füttern. Lieber täglich eine Handvoll, als hin und wieder eine größere Menge. Für Körnerfuttermischungen sind Futterspender am besten, bei denen immer nur die Futtermenge freigegeben wird, die gerade benötigt wird.
  • Futterhäuschen vor Katzen schützen und ihnen keine Möglichkeit bieten, sich ungesehen anzuschleichen oder überraschend aufzutauchen.
  • Verhindern Sie nach Möglichkeit, dass Tauben und Rabenvögel davon profitieren: Ärger mit Hausbesitzern und Liebhabern der Brutvögel ist sonst programmiert.
  • Zum Schutz vor Salmonellose Futter vor Nässe schützen und sorgfältig sauber (Kot!) halten. Futterspender sind praktisch, weil deren Konstruktion die Verschmutzung mit Vogelkot unmöglich macht. (Allerdings fällt auch Futter auf den Boden).
  • Zur Gefahr der Salmonellose zitieren wir den Schweizer Vogelschutz: "Die Übertragung und Ausbreitung seuchenartiger Erkrankungen stellen mit Abstand die grösste Gefahr an winterlichen Futterstellen dar. Zu ihnen gehört die Salmonellose, eine tödliche bakterielle Darminfektion. Kotverunreinigungen am Futterbrett müssen möglichst vermieden werden. Die Vögel sollten also nicht ins Futter sitzen können. Allfällige Verunreinigungen mit heißem Wasser beseitigen. Sollten Sie tote Vögel um das Futterhaus finden, so muss dieses sofort entfernt und gründlich gereinigt werden. Die Fütterung darf dann erst 2– 3 Tage nach der Reinigung wieder aufgenommen werden."  (Die toten Vögel sind im Restmüll (!) zu entsorgen, Hände gründlich waschen).
  • Fettfutter ist gut, ggf. auch Meisenringe und Futterkugeln sind  (bedingt) geeignet. (In den Kunststoffnetzen der Meisenknödel haben sich schon Vögel verhakt..)
  • Körnerfresser mögen gerne Sonnenblumenkerne und Hanfsamen;
    Weichfutterfresser benötigen Haferflocken, Fett-Kleie-Gemisch, Rosinen, Wildbeeren oder Obst. Für beide Arten sollte das Futter an getrennten Orten angeboten werden.
    Auskunft über spezielle Futtermischungen erteilt gerne auch Hans Werner, LBV-STA: Tel. 08171- 2 92 79
  • Amseln, Drosseln, Rotkehlchen: Weichfutter wie Äpfel, Rosinen, Getreideflocken.
  • Finkenvögel wie Buchfink, Bergfink, Grünfink, Stieglitz/Distelfink, Zeisige, Dompfaff/Gimpel, aber auch Kleiber: Sonnenblumenkerne, Erdnussbruch, Sämereien (wie Hanf, Mohn - aber auf Qualität achten, sonst holen Sie sich gefährliche (hochallergene) Verunreinigungen mit Beifuss-Artemisia-Ambrosie-Samen in den Garten!).
  • Meisen, Spatzen mögen fast alles.
  • Ein naturnaher Garten mit Beerensträuchern wie Liguster, Holler (auch wegen der borkigen Rinde) und viel Laub unter den Sträuchern, Spinnweben unter dem Dach, stellt einen guten Wintervorrat auch für Vögel dar, die wenigstens zwischendurch auch Spinnentiere oder Käferchen brauchen.
  • Niemals gesalzenes Futter oder Speisereste anbieten.
  • Verzichten Sie auf (große) Nüsse und Nuss-Stangen - Sie locken Rabenvögel wie Elstern, Eichelhäher und Rabenkrähen in Ihren Garten.
  • Wasservögel - Schwäne, Graugänse, Kanadagänse, Enten, Blessrallen - sollen auf keinen Fall gefüttert werden. Selbst bei Vereisung der Seen können sie auf offene Fließgewässer (Würm, Amper, Loisach) oder andere große Seen (z. B. Bodensee) ausweichen und dort das naturgemäße Futter finden.

Wenn sie die Ratschläge beachten, brauchen sie nicht auf die Freude verzichten, die Ihnen die Vögel beim Besuch der Futterstelle bereiten.                                                                                                                                                             HG

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