Umwelttipp  
Das Rotkehlchen


Rotkehlchen  (Foto: Hans Werner)

Verschiedene Singvogelarten erfreuen uns mit ihrem ersten zarten Lied, wie z. B. Amsel, Grünfink, Kohl- und Blaumeise, Kleiber, Buchfink, Heckenbraunelle, Zaunkönig und der Star. Der Vogelgesang zeigt an, dass jetzt ein Brutrevier gesucht und besetzt wird, z. B. ein bestimmtes Waldstück, ein Streifen Hecke oder eine Wiese. Jede Vogelart braucht eine bestimmte Reviergröße zur Nahrungssuche und Aufzucht der Jungen. Meist singen nur die Männchen. Sie versuchen dadurch Eindringlinge der gleichen Art zu vertreiben.
Der Gesang macht aber auch die Weibchen auf die Männchen aufmerksam und dient anschließend dem Zusammenhalt des Vogelpaares.  Was wäre der Frühling ohne diese Sänger, deren Lied uns erfreut! Einen dieser munteren Sänger wollen wir jetzt genauer kennen lernen.
 
Manchmal hören wir hoch vom Baum oder auf dem Gebüsch einen wehmütig lautenden Gesang mit sehr hellen, abwärts perlenden Flötentönen und zarten Trillern. Besonders abends, wenn die meisten Vögel schon schlafen, fällt uns dieser melancholische Sänger auf. Es ist das knapp sperlingsgroße Rotkehlchen, ein olivbrauner rundlicher Vogel mit rostroter Stirn, Kehle und Brust und großen, dunklen Augen. Als Weichfutterfresser besitzt das Rotkehlchen einen zarten Schnabel. Mit ihm stochert es auf dem Boden im liegen gebliebenen Laub nach Spinnen, Insekten und deren Larven, sowie nach Würmern und kleinen Schnecken. Doch schätzt das zutrauliche Rotkehlchen  - besonders im Winter - auch die Beeren verschiedener heimischer Sträucher, wie z.B. Holunder, Eberesche, Weißdorn und Sanddorn.
 
Sein Nest baut das Rotkehlchen am Grund von Hecken oder im Winkel von alten Mauern, in Erdhängen oder in Efeupflanzen. Das Nest besteht aus Moos und Blättern und ist innen mit kleinen Würzelchen und Haaren ausgekleidet. Zweimal im Jahr legt das Rotkehlchen je fünf bis sieben Eier.
 

Das Rotkehlchen ist ein noch verbreiteter Bewohner von Gärten und Parkanlagen, sowie von Hecken und Wäldern mit reichlich Unterholz. Doch die zunehmende Zerstörung von Lebensräumen und die übertriebene Ordnungsliebe in unseren Gärten und Parkanlagen wirken sich auch auf diese Vogelart ungünstig aus. Durch eine möglichst naturnahe Gestaltung unseres Gartens schaffen wir günstige Bedingungen nicht nur für das Rotkehlchen, sondern auch für viele andere Vogelarten.