Umwelttipp:

Krötenwanderung im Frühjahr

 

Amphibien sind wieder auf Hochzeitsreise. Jetzt kommen sie wieder: Erdkröten, Gras-, Teich- und Laubfrösche, Berg- und Teichmolche. An feuchtwarmen Abenden (bei Temperaturen ab 6 °C) im März und April drängt sie der Fortpflanzungstrieb zu Wanderungen, oft kilometerweit durch Wald und Feldfluren. Die Amphibien verlassen ihre frostsicheren Winterquartiere und begeben sich zielstrebig zu ihren Laichgewässern. Besonders Erdkröten sind in Schüben, manchmal in großer Anzahl unterwegs, die Weibchen oft „huckepack“ mit den Männchen. Seit uralten Zeiten wiederholt sich dieser Fortpflanzungsrhythmus.
 

Doch heutzutage wird der Straßenverkehr den Amphibien zum Verhängnis. In völliger Unkenntnis der Gefahr, verharren die Tiere gerne auf dem wärmespeichernden Asphalt anstatt die Straße rasch zu überqueren. So fallen Jahr für Jahr Tausende von Kröten und Fröschen dem Verkehr zum Opfer. Deshalb werden Anfang März von Naturschützern Krötenzäune aufgestellt. Ehrenamtliche Helfer sind in diesen Wochen oft bis Mitternacht aktiv. Sie sammeln die Amphibien schonend auf und tragen Sie sicher über die Straße. Auf diese Weise können die Tiere - von denen mehr als die Hälfte aller bei uns vorkommenden Arten im Bestand stark bedroht sind, möglichst sicher bei ihren Laichplätzen ankommen. Bitte beachten Sie jetzt folgendes:

  • Befolgen Sie als Autofahrer die Geschwindigkeitshinweise, Warnschilder und Warnlampen in Gebieten mit Amphibien Wanderungen!
  • Verringern Sie ihre Geschwindigkeit, wenn Sie am Straßenrand Amphibienhelfer sehen!
  • Fahren sie im Bereich von Talwiesen und Feuchtgebieten an regnerischen Abenden besonders rücksichtsvoll!
  • Auch Kellerschächte (oder Gullies) können zur tödlichen Fallen für Kröten und die Frösche werden. Bitte diese Orte regelmäßig kontrollieren (eventuell Abdeckungen, z.B. Fliegengitter bei Kellerschächten anbringen!) Verirrte Tiere herausnehmen und zum nächstgelegenen Feuchtbiotop bringen!

Unsere Amphibien nehmen als Vertilger von Insekten, Würmern und Schnecken einen wichtigen Platz im Naturkreislauf ein. Leider werden sie nicht nur auf ihrer Hochzeitswanderung beim Überqueren der Straßen bedroht.
 

Dezimiert werden sie auch auf Grund von Verfüllung ihrer Laichgewässer, Trockenlegung der Feuchtwiesen und Niedermoore (großflächige Veränderungen der Landschaft!) und Verschmutzung der Gewässer! Auch der Einsatz von Insektiziden und Pestiziden in der Land- und Forstwirtschaft schädigt die Tiere direkt oder entzieht ihnen die Nahrungsquellen. 

Durch die Anlage von Teichen im eigenen Garten oder anderen Bereichen unserer Gemeinden können wir den bedrohten Amphibien helfen.
 
Auskünfte zur Teichgestaltung im Garten erteilt Ihnen (in Planegg, Gräfelfing) z. B. Frau Lilo Bichel, Tel. (089) 85 97 380.
Auch Helfer für Absammelaktionen an Schutzzäunen werden gesucht!
Bitte melden beim LBV, bei Sebastian Werner, Telefon (08143) 8808, Fax (08143) 8809.

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