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LBV Starnberg

Tierseuche "Vogelgrippe": Ergänzende Antworten auf häufig gestellte Fragen

Häufig gestellte Fragen zur Aviären Influenza - der Tierseuche "Vogelgrippe":
Das Virus hält leider immer wieder neue Überraschungen bereit, und auch der Kenntnisstand der Wissenschaft tritt nur allmählich zutage. Daher können diese Antworten nur vorläufigen Charakter haben.

Die Antworten erfolgen auf dem derzeitigen Kenntnisstand nach bestem Wissen und Gewissen, aber ohne jede Verbindlichkeit!

Horst Guckelsberger

Pressinformation des LBV vom 28.2.2006, A-11-06 (Landesgeschäftsstelle)
Vogelgrippe: LBV beantwortet 10 häufig gestellte Fragen

Immer wieder rufen besorgte Bürger beim LBV an, um sich zum Thema Vogelgrippe zu informieren  Hier die häufigsten Fragen und die Antworten:

1. Muss ich mir große Sorgen vor einer Ansteckung mit der Vogelgrippe machen?
Die Vogelgrippe ist eine Vogelkrankheit. Das Virus lebt in Darm und Schleimhäuten hauptsächlich von Hühnern, Enten und Gänsevögeln (dazu gehört auch der Schwan). Das Virus ist vor allem für Hausgeflügel (Hühner, Gänse, Enten) gefährlich. Eine Ansteckung des Menschen erfolgt nur sehr selten und nur dann, wenn der Mensch in sehr engen Kontakt mit infizierten Vögeln und ihren Ausscheidungen gerät. Das ist vor allem in Ländern der Fall, wo Hühner und Enten auch in die Wohngebäude gelangen. In Mitteleuropa hat sich bisher niemand angesteckt. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist bisher noch nie vorgekommen. Abgesehen von dem Ausbruch der Tierseuche auf Rügen sind auch bei Vögeln bisher nur wenige Einzelfälle dokumentiert worden - auch in Bayern.
2. Meine Katze hat einen Vogel gefangen, kann ich mich jetzt anstecken? Werden meine Katze oder mein Hund krank?
Katzen können wie der Mensch nur dann an der Vogelgrippe erkranken, wenn sie hohe Virusdosen aufnehmen, beispielsweise, weil sie einen erkrankten Vogel erbeuten und fressen. Katzen fangen aber überwiegend Singvögel, die von der Vogelgrippe nicht betroffen sind. Das Infektionsrisiko ist also für die meisten Katzen vernachlässigbar. Generell sollte man aber aus Hygienegründen bei einem Kontakt mit toten Kleinvögeln oder anderen toten Kleintieren, die von Katzen ins Haus gebracht werden, folgendermaßen vorgehen:
Kleinvögel mit Gummihandschuhen in eine Plastiktüte geben, zuknoten und in die Restmülltonne werfen (anschließend Hände waschen). Hunde sind bislang weltweit noch nicht an der Vogelgrippe erkrankt. Selbstverständlich sind aber in Sperrgebieten die Gebote einzuhalten, Katzen im Haus und Hunde an der Leine zu halten, um jedes auch noch so geringe Restrisiko auszuschalten.
3. Ich habe einen toten Vogel entdeckt, was soll ich tun?
Wenn Sie mehrere tote Großvögel (Greifvögel, Enten, Schwäne, Gänse) an einer Stelle entdecken, sollten Sie auf jeden Fall das zuständige Landratsamt/Veterinäramt informieren. Tote Vögel sollte man generell nicht anfassen, Ausnahme siehe Frage 2. Wenn Ihr Kind einen toten Vogel oder Kot eines Wasservogels angefasst hat, muss man deshalb nicht in Panik verfallen, siehe erste Frage. Hände waschen ist aber Pflicht.
4. Darf ich Wasservögel füttern?
Die Wasservogelfütterung ist an fast allen Gewässern in Bayern verboten: Futterstellen sind ein hygienisches Problem vor allem an Badegewässern. An Futterstellen können sich bis zu 500 Schwäne und viele andere Wasservögel versammeln. Ein krankes Tier könnte hier viele andere anstecken. Deshalb gilt: Wasservögel nicht füttern! Die Tiere finden jetzt wieder ausreichend natürliche Nahrung; man muss sich keine Sorgen machen, dass sie verhungern.
5. Sollte ich Urlaubsfahrten in Gebiete absagen, in denen die Vogelgrippe nachgewiesen wurde?
Die Übertragungswahrscheinlichkeit des Vogelgrippevirus auf den Menschen ist äußerst gering - auch Menschen infizieren sich nur bei Aufnahme hoher Virusdosen im intensiven Kontakt mit erkrankten Tieren. Als Vorsichtmaßnahme sollte man aber Vogelmärkte, vor allem in Südostasien, meiden. Auch für Urlaubsländer gilt: tote Vögel nicht anfassen! Und noch viel wichtiger: Keine lebenden oder toten Vögel oder andere tierische Produkte aus den Urlaubsländern mitbringen. Wer einen exotischen Vogel ohne gültige Papiere nach Deutschland einführt, macht sich strafbar und muss mit empfindlichen Geld- oder Gefängnisstrafen rechnen.
6.  Ich habe zuhause Kanarienvögel und Papageien? Können die sich anstecken?
Solche Haustiere kommen nicht mit Wildvögeln in Kontakt und können sich deshalb nicht anstecken. Wenn Sie sich einen Vogel als Haustier anschaffen wollen, kaufen Sie ihn nur bei seriösen Züchtern und Zoofachgeschäften (Zucht- oder Herkunftsnachweis verlangen!). In Internetbörsen und Kleinanzeigen werden öfters illegal eingeführte Papageien und andere exotische Vögel angeboten. Von solchen Angeboten sollte man grundsätzlich die Finger lassen.
7. Ist im Sommer mit einem Badeverbot zu rechnen, weil kranke Vögel das Wasser verschmutzt haben?
Grippeviren überleben außerhalb des Vogelkörpers nur wenige Stunden bis Tage - je höher die Temperaturen sind, desto kürzer. Auch wird das Virus durch UV -Strahlung inaktiviert. Und schließlich sind Erkrankungen beim Menschen bislang nur bei der Aufnahme hoher Virusdosen bekannt geworden, wie sie in Gewässern allein schon durch die Verdünnung der Ausscheidungen erkrankter Vögel im Wasser kaum erreicht werden können. An allen offiziellen bayerischen Badestellen kann man sich also im Sommer auf ein ungetrübtes Badevergnügen freuen. Stark mit Vogelkot verschmutzte Liegewiesen in Parks und Grünanlagen sollte man aber aus hygienischen Gründen meiden (s. Frage 4).
8. Muss ich Angst vor Vögeln im Garten oder am Haus (Mauersegler, Schwalben, Hausspatz) haben?
In unseren Gärten und an unseren Häusern leben Singvögel (Amsel, Star, Meisen, Spatz usw.), Mauersegler und Spechte. Diese Vögel sind von der Vogelgrippe nicht betroffen. Man kann sich also weiterhin am Gesang und den Farben unserer Gartenvögel freuen.
9. Soll ich mein Vogelhäuschen abbauen und die Winterfütterung einstellen?
An das Vogelhäuschen kommen Singvögel, Spechte und Tauben. Sie sind, wie schon in Frage 8 gesagt, nicht von der Vogelgrippe betroffen. Trotzdem sollte das Vogelhäuschen hygienisch einwandfrei sein. Ab Mitte März sollte man die Winterfütterung generell einstellen, da dann genügend natürliche Nahrungsquellen vorhanden sind.
  (siehe auch hier unter Pressespiegel, Landsberger Tagblatt. )
10. Wo kann ich mich noch informieren?
Ausführliche Informationen und Links zum Thema findet man unter www.lbv.de. auf der Homepage des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz www.stmugv.de und auf der Homepage des Friedrich-Loeffler-Instituts (Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit): http://www.fli.bund.de/Aktuelles.8.0.html
Ergänzung
? Wie lange bleibt das Virus virulent? "Belastbare Daten" waren bislang kaum erhältlich. Wegen der Fäulnis dürften die Viren in (ungekühlten) Kadavern nach 7 Tagen nicht mehr virulent sein.
Um die Viren nachweisen zu können, soll der Kadaver innerhalb von 24 Stunden eingeliefert werden, gekühlt (und damit weniger der Verwesung ausgesetzt) innerhalb von 48 Stunden. Es ist aber nicht auszuschließen, dass sich das Virus verändert und dabei auch längerlebig wird. Außerhalb des Kadavers (z. B. im Kot) kann das Virus aber - abhängig auch von der Temperatur - länger überleben.
Hygienemaßnahmen:
Die Viren der "Vogelgrippe" reagieren empfindlich auf Reinigungsmittel. Also für den "Normalfall" (außerhalb von hochinfektiösen Bereichen, Geflügelzuchten usw.):
Hände waschen - Seife genügt, ggf. Desinfektionsmittel (z.B. Sagrotan)
? Werden Viren mit dem Kot ausgeschieden? Ja, auch mit Schleim oder Speichel. Das Virus bleibt im Kot länger infektiös als im verwesenden Kadaver. Daher die Empfehlung: "2 - 3 Tage Hände weg". Im Kot können sie sich allerdings länger virulent halten als im (verwesenden) Kadaver.
 zu Aktuelles 2006

zu: Vogelgrippe- Basisinformation und Adressen    

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