Umwelttipp:

Hummeln im Garten

 
Hummeln sind stark behaarte, kräftig gebaute Wildbienen, die zur Familie der "Echten Bienen" gehören.  In Mitteleuropa gibt es über 30 verschiedene Hummelarten. Häufig treffen wir sie auch im Garten an. Bei der Bestäubung unserer Blütenpflanzen sind sie von großer Bedeutung. Aufgrund ihrer Fähigkeit Nektar auch aus langröhrigen oder gespornten Blüten zu entnehmen (ihr Rüssel ist länger als der der Bienen), sind sie für viele Pflanzen unersetzbare Bestäuber.

Außerdem fliegen Hummeln meist auch noch an kühleren, bedeckten oder regnerischen Tagen unermüdlich von Blüte zu Blüte, wenn die sonnen- und wärmeliebenden Honigbienen sich schon längst zurückgezogen haben. Bei ungünstiger Witterung zur Zeit der Obstbaumblüte verdanken wir darum den größten Teil unserer Obsternte den Hummeln. 
 
Vier Hummelarten sind bei uns besonders häufig: die Gartenhummel, die Steinhummel, die Erdhummel  und die Ackerhummel. Unsere Hummeln leben in Völkern, die alljährlich neu gegründet werden und im Laufe des Sommers auf 60 bis 400 Tiere anwachsen können. Nur die jungen Königinnen überwintern! Sie fliegen ab März und bauen z.B. in Erdlöchern, Mäusegängen, in Mauern, hohlen Bäumen oder verlassenen Vogelnestern ihr Brutkammer aus Wachs und Baumharz und umgeben diese mit Moos. Die Larven Leben von Nektar und Pollen und spinnen sich dann in Seidenkokons ein. Daraus schlüpfen dann zunächst die noch relativ kleinen Hummelarbeiterinnen. Erst später entstehen die anderen Formen (Männchen und Königinnen).
 
Aufgrund der Bedeutung der Hummeln für den Naturhaushalt stehen alle Arten unter strengem Naturschutz. Einige Hummelarten sind als Spezialisten auf ganz bestimmte Futterpflanzen und Neststandorte angewiesen. Der Schutz dieser Lebensräume ist besonders wichtig. Aber auch durch eine naturnahe Gartengestaltung können wir den Hummeln helfen. Sie benötigen vom zeitigen Frühjahr bis in den Herbst ein lückenloses Angebot von blühenden, Nektar liefernden Blumen (möglichst ungefüllte Wildblumen) wie z.B.
 
  • Sträucher: Weißdorn, Wildrosen, Sommerflieder ...
  • Stauden: Krokus, Taubnessel, Glockenblumen, Lupinen, Natternkopf, Lavendel, Rittersporn, Eisenhut ...
  • Kräuter: Borretsch
  • Einjährige Sommerblumen: Löwenmaul, Wicken, Phacelia, Klatschmohn, Kornblume, Sonnenblume
  • Klettergehölz: Geißblatt
  • Wiesenblumen: Klee, Esparsette, Gamander-Ehrenpreis, Wiesensalbei, u. a. (bitte Saatgut von heimischen Wildblumen verwenden!)
Im naturnahen, vielseitig strukturierten Garten gibt es meist auch genügend Nistmöglichkeiten für Hummeln. Es werden aber auch künstliche Nisthilfen angeboten. Mit etwas handwerklichem Geschick lassen sich die Hummelnistkästen leicht selbst basteln. Besonders mit Kindern macht diese Arbeit viel Freude - geeignet für die Wintermonate - und kann das Interesse an der Natur fördern.