Umwelttipp

LBV Starnberg

Fledermäuse im Sommer

- Faszinierende Tiere der Nacht -

Sie fliegen mit den Händen und "sehen" mit den Ohren. Unsere heimischen Fledermäuse (22 Arten) sind hochinteressante, nützliche Insektenvertilger und bei näherem Kennen lernen stellen wir fest, dass sie bewundernswerte, ja liebenswerte und völlig harmlose Geschöpfe sind.

Tagsüber hängen die Tiere reglos in ihrem Unterschlupf, z. B. Dachsparren, Kirchtürmen, Baumhöhlen oder hinter Holzverkleidungen von Außenwänden (hier reicht ein Schlitz von 1 cm bis 5 cm, je nach Art, als Einflugloch. Kotspuren, ähnlich Mäusekot, sind oft die einzigen Anzeichen für die Anwesenheit von Fledermäusen. Übrigens: Fledermäuse übertragen keine Krankheiten auf den Menschen!

In der Dämmerung erwachen die Tiere flattern lautlos aus ihrem Unterschlupf und gehen - mittels eines faszinierenden Ultraschall-Echolotsystems - auf Beutefang. Unsere Feldermäuse ernähren sich von Insekten (Motten, Spinnen, Käfer, Stechmücken), die aus der Luft ergriffen, von Blättern abgelesen, auf dem Erdboden erbeutet oder von der Wasseroberfläche aufgesammelt werden.

Ab Oktober suchen unsere kleinen Fledermäuse kühle, feuchte nischen- und spaltenreiche, vor allem frostsichere Winterquartiere auf, wie z. B. Höhlen oder verlassene Stollen. Sehr kälteempfindliche Arten wandern oft über 1.000 km weit. Während des Winterschlafes hängen die Tiere ununterbrochen sechs Monate in ihrem Versteck. Die Körpertemperatur sinkt von 400 C auf 40 C. Die Tiere leben ohne Nahrung, nur von ihren Fettreserven. Alle Störungen der Winterquartiere (Z. B. in Höhlen oder Stollen) sind zu vermeiden, da ein plötzliches Erwachen der Tiere es sehr viel Energie kostet!

"Fledermäuse brauchen Freunde"
heißt ein Aufruf zu ihrem Schutz, jeder kann mithelfen und Fledermauskästen anbringen, Störungen von Quartieren vermeiden. Bei Hausrenovierungen bitte fledermausfreundliche Maßnahmen vorher mit Fachleuten (s. u.) besprechen! Verzicht auf Schädlingsbekämpfungs- und Holzschutzmittel! Anlage von Hecken, Blumenwiesen, blütenreichen Ackerrandstreifen, Tümpeln und Weihern fördert die Insektenwelt. Auch durch den Kauf von Produkten aus dem ökologischen Landbau kann jeder dazu beitragen, insektenreiche Lebensräume zu erhalten.
Im Frühsommer sammeln sich die Feldermausweibchen in Gruppen, in den sog. "Wochenstuben" (z. B. hinter der Holzverkleidung eines Hauses) und bringen dort im Juni jeweils ein Junges zur Welt. Dieses wird von der Mutter mit Milch ernährt - Fledermäuse sind Säugetiere!   Bitte melden Sie bekannte Fledermausquartiere - und seien sie (scheinbar) noch so klein an: Fledermauskoordinationsstelle Südbayern, Dr. Andreas Zahn, Tel. (08638) 8 61 17
oder an die
Fledermausbetreuung München-Süd, Frau Margarete Kistler Tel. (089) 6 24 27 56
oder an die

Nach sieben Wochen sind die Jungtiere flugfähig, aber erst Ende August selbständig. Die Wochenstuben müssen von Juni bis August völlig in Ruhe gelassen werden, weil die Mütter mit den kleinen Jungtieren sehr störungsempfindlich sind.

Fledermausbeauftragte für den Lkr. Starnberg, Frau Eva Kriner, Tel. (08152) 17 24.

 
zu: Meldung von Ringfunden: Vögel, Fledermäuse Link zu weiteren Adressen in "Service - Hilfe für Wildtiere"
 zu Termine 2009

siehe auch Service und Links    

 zu Pressespiegel 2009

 

 zu Aktuelles 2009   
 zu Aktuelles der Vorjahre