Termine 2009 - Ankündigung

LBV Starnberg

"Urwald vor der Tür?"
Unterwegs in bayerischen Naturwaldreservaten
 Filmvortrag des Münchner Naturfilmers Markus Frenzel
Gemeinsam mit dem LBV München
Kurzinfo:  
Naturwaldreservate (NWR) sind Waldflächen, die der Freistaat Bayern aus der forstlichen Nutzung genommen hat. Bereits vor über 30 Jahren hat die Bayerische Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) eine entsprechende Initiative gestartet und betreut inzwischen ca. 160 entsprechende Schutzgebiete in Bayern.  vorrangiges Ziel war und ist es, die Entwicklung von Flora und Fauna ohne Eingriff des Menschen wissenschaftlich zu erforschen.

Der Schutzstatus eines Naturwaldreservats ist sehr hoch, vergleichbar mit dem der Kernzone eines Nationalparks. Die Dynamik des Waldes wird dadurch erheblich verändert, und die auffälligste Veränderung ist vielleicht die vermehrte Entstehung von "Totholz".

Auf dieses "Totholz" hatte sich vor der Intensivierung der Waldnutzung eine große Anzahl von Waldbewohnern - Vögel, Kleinsäuger, Käfer, Insekten u. v. m. - eingestellt. Da "Totholz" in den Wirtschaftsforsten rar geworden ist, stehen viele dieser "xylobionten", also zusammen mit dem und vom (Tot-)Holz lebenden Arten auf den Roten Listen der  gefährdeten Arten.

Im vorliegenden Vortrag wird vorgestellt, welche Tierarten im einzelnen von der wachsenden Naturnähe in Naturwaldreservaten profitieren, und wie sie sich die allmählich entstehenden urwald-ähnlichen Strukturen zurückerobern. Wie beispielsweise selten Spechtarten als Türöffner für andere Höhlenbrüter fungieren, oder wie Hornissen, Fledermäuse und Siebenschläfer auf das wachsende Höhlenangebot im Wald reagieren. Und jenseits aller ökologischen Fragen wird auch die malerische Seite der kleinen Waldwildnisse präsentiert.

 

V.i.S.d.P.:Ortrun Preuß, Gräfelfing

Anmerkung: Der LBV Starnberg mit seinem Geschäftsführer Sebastian Werner engagiert sich stark für eine naturnahe Forstwirtschaft und bemüht sich, gemeinsam mit den Forstleuten des LWF, der Ämter für Landwirtschaft und Forsten sowie der Forstbetriebe eine möglichst reiche Ausstattung der Wälder mit aufrecht stehendem wie auch liegendem "Tot"holz zu erreichen. Die Bemühungen um den Hirschkäfer und den Eremiten (u. a. Bau von Hirschkäfermeilern), die Verwertung von Eichen-oder Buchen-Bruchholz sind hier nur als Beispiel zu nennen.
"Tot"holz wird hier mit Anführungsstreichen geschrieben, weil es alles andere als "tot" ist. Alleine eine Unzahl von Pilzen - zum Teil nur mit der Lupe erkennbar - beleben das "Tot"holz.        HG
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