Starnberger See

Rostgans, Nilgans und andere "Exoten"

 
"Neozoen" - Neubürger nennt man Tiere, die "bei uns", also in Mitteleuropa seit 1492 (Kolumbus!) eingewandert sind, eingebürgert oder ausgewildert wurden oder als Gefangenschaftsflüchtlinge nun selbständige Brutpopulationen bilden. (Das Pendant dazu im Pflanzenreich sind die "Neophyten").
Am Starnberger See bzw. im Fünf-Seen-Land zählt zu den auffälligsten Neozoen die Kanadagans, während es sich bei der Graugans um eine Wiederbesiedelung handeln dürfte. (Die Graugans war wohl hier heimisch gewesen, war zwischenzeitlich ausgestorben/ausgerottet und wurde als Gefangenschaftsflüchtling (u. a. K. Lorenz) und/oder durch Aussetzen als jagdbares Wild wieder angesiedelt). Beide bilden seit Jahrzehnten stabile regionale Brutpopulationen.
Die Rostgans (Tadorna feruginea) gehört zu den Arten, die derzeit gelegentlich als Einzelindividuen temporär am Starnberger See auftauchen. Wie etwa auch beim Schwarzschwan ("Trauerschwan") (Cygnus atratus) oder bei der Mandarinente (Aix galericulata) (derzeit am Weßlinger See) dürfte es sich um Gefangenschaftsflüchtlinge handeln, von einer dauerhaften Ansiedelung kann zur Zeit aber keine Rede sein.
Längerfristig ist aber nicht auszuschließen, dass sich das Artenspektrum auch bei den (Groß-)Wasservögeln durch Zuwanderung und dauerhafte Ansiedelung auch am Starnberger See und im Fünf-Seen-Land erweitert: "Kandidaten" dafür sind primär Nilgans (Alopochen aegypticus) und die Schwanengans. Die Nilgans ist dabei, sich von Holland aus nach Mitteleuropa auszubreiten und zu etablieren. Auch sie wurde und wird als Exot gehalten, der als Gefangenschaftsflüchtling offensichtlich hier einen passenden Lebensraum vorfindet und sich ausbreiten dürfte..
 

Foto: Werner Borok

Nilgans am Starnberger See, beringt (K 17)

zu: Schwanengans (Höckergans)

zu: Flamingos

zur Startseite: home                                    

zu: Starnberger See