Starnberger See

LBV Starnberg

Störung der rastenden und überwinternden Wasservögel
Trendsportart "Kite-Surfen"

SZ-STA vom 20.10.2004

Wenn es draußen herbstlich stürmt und der gewöhnliche Wassersportler seine Utensilien winterfest macht, kommen die Kite-Surfer erst richtig in Fahrt: Die Kombination aus Surfen und Drachensport erfreut sich auch am Starnberger See - wie hier in der Bucht von St. Heinrich - zunehmender Beliebtheit. Viel Zeit bleibt den Drachen-Surfern aber nicht mehr für ihr Vergnügen: In den Wintermonaten bleibt das Revier bis März einzig den heimischen Wasservögeln überlassen, und Sportler stören da nur im Kampf ums Überleben.

phaa / Foto: Haist

Kommentar:  
"In den Wintermonaten bleibt das Revier bis März einzig den heimischen Wasservögeln überlassen, und Sportler stören da nur im Kampf ums Überleben."
 
Wie richtig: "Die Sportler stören da nur im Kampf ums Überleben". Ein Wunschtraum bleibt leider , dass auch  "das Revier bis März den heimischen Wasservögeln überlassen bleibt." Die Beobachtungen sprechen leider eine andere Sprache:

Mögen sich auch (zumeist z.B. im Bayerischen Seglerverband) organisierte (Starkwind-)Surfer und Kiter an diese wichtige Vereinbarung halten, eine übergroße Zahl nutzt die gar nicht so seltenen Starkwindtage zwischen November und März für ihren Sport.
Sie stellen leider eine immer häufigere und massivere Störung der rastenden und überwinternden Wasservögel dar.
Die hoch fliegenden Kites sind ebenso wie die rasch ihre Richtung wechselnden Starkwindsurfer ein  intensives Störsignal - der erste Sportler vertreibt bereits hunderte bis tausende von Wasservögeln in sehr weitem Umkreis.

Besonders die Bucht von St. Heinrich muss ganzjährig (!) absolut tabu sein
, ist sie doch nicht nur ein wichtiges Rast- und Nahrungsgebiet für den Winter, sondern auch eines der wichtigsten Brutgebiete im Frühjahr und Sommer. Sie ist als Vogelschutzgebiet wie auch als Fischschonstätte ausgewiesen.

Von Seeshaupt über die Bucht von St. Heinrich über Buchscharn hinaus, eine Zone vor Ammerland sowie das Gebiet vor Percha-Kempfenhausen sind unentbehrliche Rastgebiete am (windbegünstigten) Süd- und Ostufer, die unbedingt von derartigen Störungen freigehalten werden müssen!
 

Horst Guckelsberger

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