| Starnberger See |
LBV Starnberg |
| Freiwillige "Vereinbarung Wassersport und Naturschutz" von 1997 | |
| Zehn Jahre Freiwillige Vereinbarungen zur Ramsar-Konvention - eine Zwischenbilanz | |||
| Am 16.2.2007 jährt sich zum zehnten Mal der Abschluss der freiwilligen "Vereinbarung Wassersport und Naturschutz", die der Bayerische Seglerverband (BSV) und der Bayerische Ruderverband mit dem damaligen Bayerischen Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen unter Staatsminister Dr. Thomas Goppel abgeschlossen haben. | ► | Der Landesbund für Vogelschutz hat dieses Experiment unterstützt und begleitet. Für den LBV hebe ich gerne hervor, dass die Beteiligten damit eine mutige und wegweisende Entscheidung getroffen und sich vorbildlich für ein Miteinander von sportlicher und Freizeitnutzung auf der einen, dem notwendigen Schutz der Natur auf der anderen Seite eingesetzt haben und noch einsetzen. | |
| ► | Die beiden Verbände hatten unter Federführung des damaligen Präsidenten und heutigen Ehrenpräsidenten des BSV, Günter Bornemann 1997 | Zehn Jahre nach Abschluss der Vereinbarungen ist es Zeit, wieder an Sinn und Zweck, ja an deren Wortlaut zu erinnern, aber auch, sie kritisch zu bewerten. | |
| ● | "zur Sicherung der grundlegenden ökologischen Bedeutung der oberbayerischen Seen - Starnberger See, Ammersee, Chiemsee - vor allem als Lebensraum für eine besondere Pflanzen- und Tierwelt, insbesondere für Wat- und Wasservögel" und | ● | Nach zehn Jahren könnte teilweise die Erinnerung aufgefrischt und die Umsetzung verbessert werden. Der LBV bietet gerne an, hier seinen Sachverstand einzubringen. |
| ● | "unter Berücksichtigung der Funktion dieser Seen für Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft und Erholung sowie in Würdigung des "Übereinkommens über Feuchtgebiete, insbesondere als Lebensraum für Wasser- und Watvögel, von internationaler Bedeutung" (Ramsar-Konvention)" | ● | Manche Einzelheiten (zB Ruderkorridore, Abgrenzung der Ruhezonen, erweiterte Beruhigung u. a. des Roseninsel-Gebietes) sollten im gemeinsamen Gespräch mit dem LBV modifiziert werden; der Gewässerentwicklungsplan von 2005 gibt dazu Hinweise. |
| für ihre Mitglieder erklärt, freiwillig auf die Ausübung des Segelsports in der Zeit zwischen Anfang November und Ende März zu verzichten bzw. den Rudersport auf begrenzte Zeiten und Korridore zu beschränken. | ► | Erhebliches Störpotenzial blieb bestehen und wird von den freiwilligen Vereinbarungen nicht erfasst; dabei liegt z. T. wohl noch ein Informationsdefizit vor: | |
| ► | Diesem Vorbild haben sich kurz darauf | ● | Die nicht organisierten Starkwindsrufer und Kiter |
| ● | Anton Dreher (Rambeck-Werft) für die Werftbetreiber am Starnberger See angeschlossen, | ● | Wenige, aber stark störende Kajakfahrer |
| ● | die Berufsfischer der Fischereigenossenschaft | ● | Miet- und Tretbootverleih |
| "Würmsee" haben sich in einer eigenen Erklärung die grundlegenden Ideen der Vereinbarung zu eigen gemacht | ● | Zu tief fahrende Heißluftballone mit ihrem bloßen Erscheinen, aber noch mehr mit deren Brennergeräusch | |
| ● | und
auch die Taucherschule der Bundeswehrpioniere hat sich
sinngemäß angeschlossen. Darüber hinaus haben alle Beteiligten erklärt, dass sie sich über die zunächst vorgesehene zeitliche Befristung hinaus der Vereinbarung verpflichtet fühlen. |
● | Die am See noch immer praktizierte Wasservogeljagd wird auch im Gewässerentwicklungsplan als die massivste Störquelle bezeichnet. Es ist unverständlich, dass der Freistaat als Eigentümer des Sees über das Finanzministerium auch noch Jagdpacht kassiert, wo gerade seine "ökologisch besonders wertvollen Flächen" "vorrangig Naturschutzzwecken zu dienen" haben (§ 2 BayNatSchG ). Dazu: |
| ► | Ebenfalls zum 10. Mal jährt sich die Erklärung von Ministerpräsident Stoiber persönlich, ein "Ruhezonenkonzept" für die Ramsargebiete zu entwickeln. Dieses Konzept liegt bis heute nicht vor. | ||
| Was als Experiment begonnen hat, hat sich am Starnberger See aus Sicht des LBV für die beteiligten Verbände grundsätzlich zum Erfolgsmodell entwickelt. Im Namen des Landesbundes für Vogelschutz, Kreisgruppe Starnberg danke ich allen Beteiligten sehr herzlich für diese über den See hinaus reichende vorbildliche Entscheidung zur Bewahrung der Natur. | |||
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Horst Guckelsberger |
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siehe auch: "Regelung der Jagdpraxis" und mehr in: Interview in SZ-STA vom 24./25.2.2007 |
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