| Starnberger See: |
LBV Starnberg |
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Geographie / Politik / Naturschutz / Gebietsbetreuung |
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| Der Starnberger See (früher: Würmsee) ist ein Zungenbeckensee, der seine letzte Überformung vor ca. 15.000 Jahren am Ende der letzten Eiszeit (Würm-Eiszeit) erfahren hat. Er hat eine Fläche von 56,36 qkm (5.638 ha), ist maximal 127 m tief (mittlere Tiefe 53 m) und hat mit ca. 3.000 Mio. cbm (3,0 Kubikkilometer) das größte Wasservolumen aller bayerischen Seen. Seine Uferlänge beträgt 51 km. Er hat zwar neun kleinere oberirdische Zuflüsse, u. a. aus den Quellseen des Osterseen-Gebiets; im wesentlichen wird er jedoch von "Himmelswasser" gespeist. Den Abfluss bildet die Würm, die ihn nach Norden durch das Leutstettener Moos entwässert. | |
| Im Gegensatz zum
Ammersee hat der Starnberger See keinen Zufluss, der eine bemerkenswertere Fracht an Geschiebe und
Schwebstoffen in den See einbringen würde. Daher bietet der Starnberger See
mit einer Sichttiefe von bis zu 14 m eine außerordentlich klare Sicht.
Ebenso wenig fließt kaltes Schmelzwasser aus dem Gebirge zu, sodass der
Starnberger See die sommerliche Wärme länger gespeichert hält und weniger
rasch abkühlt. Deshalb friert der Starnberger See
durchschnittlich nur alle 10 Jahre zu. (Wie Fische und Vögel mit dem
Eis fertig werden siehe
SZ-STA vom 13.2.06). Auch sind hier weniger heftige und geringere Schwankungen des Seespiegels zu beobachten. Ein vollständiger Wasseraustausch findet deshalb erst nach 21 Jahren (Ammersee weniger als 3 Jahre!) statt. Der See, der ohnedies kein typischer "Schilf-See" ist, hat seit der Mitte der 1960er Jahre ca. 90% seines Bestandes an aquatischem Schilf verloren. Als Auslöser des Schilfverlustes gilt das Hochwasser zu Fronleichnam 1965, kombiniert mit dem Mai-Hochwasser im darauf folgenden Jahr. Die größten Bestände an Röhricht, die es dringend zu bewahren gilt, liegen zwischen Unterzeismering-Bernried-Seeseiten und Seeshaupt- Bucht von St. Heinrich -Buchscharn. |
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| Das internationale Abkommen zum Schutz von Feuchtgebieten, die "Ramsar Konvention" von 1971 schützt den See seit 1976 als "Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung". | |
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Nach der EG Vogelschutzrichtlinie von 1979 wurde der Starnberger See 2000 auch als Europäisches Schutzgebiet (Special Protection Area SPA) ausgewiesen. Diese Richtlinie hat u. a. das Ziel, die wildlebenden europäischen Vogelarten in ihrem Bestand dauerhaft zu erhalten. 2004 wurde der Starnberger See (auf Betreiben des LBV) auch in die Liste der FFH-Gebiete - Gebiete von EU-gemeinschaftlicher Bedeutung für den Naturschutz / NATURA 2000 - aufgenommen. |
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| Beide international gültigen Vorgaben führen u. a. dazu, dass Ruhezonen für die rastenden und überwinternden Wasservögel ausgewiesen und eingehalten werden. (s. z. B. auch "Rücksicht auf Wintergäste" im Pressespiegel) | |
| Die Wasservogelzählungen, die international koordiniert regelmäßig stattfinden, werden von der Ornithologischen Gesellschaft in Bayern betreut und in enger Zusammenarbeit mit dem LBV durchgeführt. Hinzu kommen verschiedene gezielte Beobachtungen nach Bedarf (z. B. Kormoran-Schlafplatzzählung, Möwen-Schlafplatzzählung, Brutvogelkartierung). | |
| Das Ufer zwischen der "Seeburg" am Ostufer über die Gemeinden Berg und Starnberg sowie das Westufer mit Pöcking, Feldafing und Tutzing gehört politisch, wie auch der See selbst, zum Landratsamt Starnberg. Am Südufer zwischen Ambach und St. Heinrich (Gemeinde Münsing) ist der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen, zwischen Seeshaupt und Bernried der Landkreis Weilheim-Schongau zuständig. Eigentümer des Sees ist der Freistaat Bayern, vertreten durch die Staatliche Seenverwaltung; zuständig für die Wasserqualität ist das Wasserwirtschaftsamt München, ab 2006 das WWA Weilheim. | |
| Der Starnberger See gehört unter den Schwerpunkten der Naturschutzarbeit der LBV-Kreisgruppe Starnberg an erste Stelle, bisher und auch weiterhin. Eine Reihe von Aufgaben werden von der "Gebietsbetreuung für den Starnberger See und seine Umgebung" - LBV - übernommen: Information der Öffentlichkeit, Koordinieren und Anregen des notwendigen Monitoring, Konzepte der Besucherlenkung. Die Stelle wurde vom Umweltministerium dem LBV übertragen. | |
| Der LBV Starnberg veranstaltet zusammen mit der Gebietsbetreuerin Wasservogelbeobachtung mit stark vergrößernden Fernrohren ("Spektiven") von festen Beobachtungsstandorten aus - nach britischem Vorbild "Showing Birds to People" genannt (siehe Terminkalender, vorwiegend von Oktober bis Anfang Februar) | |
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H. Guckelsberger |
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