| aus Rundbrief 2011/1 |
LBV Starnberg |
|
Baum des Jahres 2011: |
|
|
Anmerkungen zur Elsbeere Sorbus torminalis |
|
| Baum des Jahres 2011 ist der Elsbeerbaum, Sorbus torminalis. Im milden Franken, wo auch Wein angebaut wird, ist die Elsbeere häufig, südlich der Donau kommt sie äußerst selten vor – außer bei uns! Mit Schwerpunkt in den Wäldern um Weßling, im Rieder Wald bei Breitbrunn und in der Andechser Klosterleiten gibt es etwa 600 bis 1.000 Exemplare dieser Art zwischen Ammersee und Starnberger. | Das Holz ist von roter Farbe, ist sehr gut zu verarbeiten und erzielt bei entsprechender Qualität höchste Preise. Abnehmer sind französische Säger. Viel Elsbeer-Holz ist z. B. in der Inneneinrichtung und in den Möbeln von Schloss Versailles verbaut. Die Elsbeeren-Bäume bei uns werden aber nur in seltenen Fällen geschlagen, im Gegenteil: Viele Forstleute und auch einige Privatwald-Besitzer bemühen sich um Schutz und Förderung. | |
Foto:
I.Hoppe |
Der Elsbeerbaum, der frei stehend bis 25 m
hoch wird, cremeweiß blüht und durch seine
rote herbstliche Laubfärbung auffällt, ist nicht sehr
konkurrenztüchtig. Er braucht Licht und wird, sofern nicht
gepflegt, häufig von der Buche, dem Ahorn und dem Nadelholz
ausgeschattet und verdrängt. Vielerorts gedeiht er daher nur an
Wald- und Waldwegrändern.
Zusammen mit dem Forst engagieren auch wir uns in der Elsbeerenförderung. Alljährlich pflegen wir an verschiedenen Stellen im Landkreis gezielt Waldränder, an denen sie vorkommt. Meistens werden dabei sog. Bedränger entfernt oder zurückgeschnitten, damit der Baum eine gute Krone ausbilden und reichlich Frucht tragen kann. Mittelfristig ist eine Beerntung mit dem Amt für forstliche Saat- und Pflanzenzucht geplant (www.asp.bayern.de). In der Literatur taucht das Wort erstmals bei Martin Luther auf, als er in einem Brief bittet, Früchte der Elsbeere "für den weichen Leib" mitzubringen. Mit ihrem hohen Gerbsäuregehalt dienten sie in der Volksmedizin gegen Magen-Darmverstimmung. Noch heute werden sie "innerlich" angewendet - in Form von Beerenbrand. Die roten Beeren sehen denen der Eberesche ähnlich; diese gehört, wie die anderen Sorbus-Arten Mehlbeere und der Speierling zu ihren Verwandten, wobei letzterer bei uns nicht vorkommt. Vor einigen Jahren wurden unsere Bestände im Rahmen einer forstlichen Diplomarbeit aufgenommen, vermessen und bewertet. Diese Arbeit ist eine gute Grundlage für ein weiteres Kartierungsprojekt, an welchem wir uns dieses Jahr beteiligen werden. Deutschlandweit werden dabei von den Landesforstverwaltungen die Bestände von u.a. Holzapfel und Wildbirne, Grün- und Grauerle, Eibe und Flaumeiche und eben Elsbeeren erhoben. Damit soll ein Beitrag zum Erhalt der Wald-Biodiversität geleistet werden. Uns bringt das Arbeit – aber eben auch Erkenntnisgewinn. |
|
|
Naturverjüngung: |
Sebastian Werner |
| zu Startseite |
zu: aus den Rundbriefen (Übersicht) |