Service - aus Rundbrief 2010/1

LBV Starnberg

Ruhezonen ausweisen und umsetzen - jetzt! 

Der Starnberger See ist - ebenso wie der Ammersee - ein Rast- und Überwinterungsgebiet für Wasservögel mit internationaler Bedeutung.

An beiden Seen ist die Ausweisung von effektiven Ruhezonen und
die (zumindest teilweise) Einstellung der Wasservogeljagd überfällig.
Aus den menschenleeren Gebieten östlich des Urals, aus über 4.500 km Entfernung, kommen zB Reiherenten an unsere großen Voralpenseen, um hier zu rasten oder den Winter zu verbringen. Hier müssen sie sich von den Strapazen des Zuges erholen und wieder ihre Fettreserven auffüllen für den Zug zurück in die Brutgebiete in Sibirien. Jede Störung kann - wie hier - zu unnötigem Auffliegen führen, zu Energieverlust, aber auch dazu, dass die Nahrungsgebiete im Flachwasser für längere Zeit verlassen werden.

Segler, Sportruderer, Berufsfischer, Ballonfahrer und Bundeswehrtaucher verzichten auf die Ausübung des Sports oder bemühen sich um größtmögliche Schonung, halten sich an Vereinbarungen.

Leider werden immer wieder uninformierte(?) Ganzjahres-Kajakfahrer beobachtet, welche die Flachwasserzonen wie hier um die Roseninsel befahren und unnötige Störungen verursachen.

Nicht nachvollziehbar ist, dass die Wasservogeljagd, welche mit massiven Störungen verbunden ist, weiterhin unvermindert praktiziert werden darf. Selbst am Abend vor bekannten Terminen der internationalen Wasservogelzählung und in Anwesenheit zahlreicher geschützter Kolbenenten "gehen wir unserer Arbeit (!) nach" -Zitat eines der Jäger, der seit vielen Jahren ohne Einsicht und Rücksicht "sein Recht ausübt".

Die unselige Diskussion um die "Reduzierung" der Grau- und Kanadagänse liefert den Jägern das zusätzliche Argument, "ihrer Arbeit" auch noch im öffentlichen Interesse nachzugehen. Gänse könnten, wenn es denn sein muss, auf Wiesen (und mit der kleinen Kugel) erlegt werden, ohne Störung der Winterrastvögel.
Ruhezonen, ausgedehnte Jagd-Ruhezeiten und eine strikte Begrenzung der Zahl der Jagdereignisse sind das Mindeste, was von den Behörden zu erwarten wäre.

 

Horst Guckelsberger

Presse dazu: Gänsejagd einschränken (SZ-STA v. 9.3.2010)
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