Service - aus Rundbrief 2009/2

LBV Starnberg

 Projekt Schwarzpappel
 Schwarzpappel - Baum des Jahres 2006 - im Seefelder Aubachtal.
Zusammenkunft mit Mitarbeitern der Gemeinden zur Förderung einer der seltensten Baumarten Bayerns

 

Die Schwarzpappel (Populus nigra nigra) war 2006 zum Baum des Jahres gewählt worden. Die Wahl war wohl begründet, war doch die heimische Schwarzpappel äußerst selten geworden. Sie wurde von Hybriden, z. B. der als Nutzholz gepflanzten Kanadischen Pappel, verdrängt. Flusskorrektionen und landwirtschaftliche Nutzung auch der Flussauen schränken ihren Lebensraum ein. Schwierig ist es, die Schwarzpappel an ihrem Äußeren eindeutig zu erkennen. Vor allem aber bereitete große Sorge, dass es zumindest bei uns eine Naturverjüngung nicht mehr gibt. War der ohnehin geringe Bestand an Schwarzpappeln am Erlöschen?

Die Staatsforstverwaltung (AELF) veranlasste 2006 eine Kartierung, an der wir beteiligt waren. Sebastian Werner für den LBV Starnberg startete ein kleines Projekt zur Förderung der Schwarzpappel in der Region: Schwarzpappeln vom Ufer des Ammersees wurden Reiser abgenommen. Hermann Breitenberger aus Breitbrunn hat dankenswerter Weise Stecklinge nachgezogen, von denen wir 2009 erste ins Freie entließen.
Am Starnberger See, wo nur noch zwei stattliche Exemplare bekannt sind, pflanzten Fischer auf ihren Ufergrundstücken Schwarzpappeln. An der Windach bei Greifenberg veranlasste der Forstmann Andreas Brem die Pflanzung von mehreren hundert Stecklingen. Zusammen mit dem LBV Landsberg und dem Bauhof Greifenberg beteiligten wir uns an dieser wissenschaftlich begleiteten Versuchspflanzung. Es ist dies die vermutlich erste systematische Schwarzpappelpflanzung seit 100 Jahren in Bayern. Ins untere Aubachtal bei Seefeld-Oberalting lud Sebastian Werner Mitarbeiter der Gemeinde-Bauhöfe und der Straßenmeistereien zu einer Schulung für diese Baumart ein. Damit sollen Zufallsschäden an diesen Bäumen bei der Routinepflege vermieden werden.

Bei der Förderung der Schwarzpappel geht es nicht nur um eine seltene Baumart. In ihrer stark borkigen Rinde können sich, ähnlich wie bei der Eiche, Spinnentiere, Käfer und Insekten samt ihren Larven verbergen. Und nicht zuletzt bereichert sie, frei stehend, das Landschaftsbild.
 

Horst Guckelsberger

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