Service - aus LBV-Rundbrief 2008-2

LBV Starnberg

Naturschutz im Landkreis Starnberg
Aufwertung der ausgeräumten Agrarlandschaft ...    ... und / oder gezielter Schutz bedrohter Arten
Mit dem Anliegen, Hecken zu pflanzen, Feldgehölze, Steinhaufen und Amphibien-Laichtümpel anzulegen, blühende Wegraine und Ranken wieder herzustellen, Nisthilfen und Greifvogel-Sitzstangen aufzustellen war der Naturschutz in den 1980er Jahre populär geworden. Damit wollte man wieder größere Artenvielfalt in die "Agrarsteppe" bringen und das Landschaftsbild bereichern. Anliegen und Maßnahmen waren - und sind - der Öffentlichkeit wie auch den Mitgliedern von Naturschutzverbänden relativ leicht zu vermitteln. Ernst Zach in Gilching war damit erfolgreich, Albert Soyer leistet damit heute noch - aber auch für den spezifischen Artenschutz - in Buchendorf Vorbildliches.
Grundlage war und ist, dass betroffene Grundeigentümer - Landwirte, Gemeinden, Forstverwaltungen - von Anfang an eingebunden werden und Ziele wie Maßnahmen auf ihrem Grund gutheißen und unterstützen. Die Pflegearbeit ist zwar anstrengend, spezifische Fachkenntnisse sind zumeist weniger vonnöten, auch Laien können sie leisten. Natürlich muss - nach unserer Meinung - auch diese Arbeit fachlich zuverlässig begleitet werden.
  Ab Mitte der 1990er Jahre haben sich die Anforderungen an den ehrenamtlichen Naturschutz stark ins Naturschutzfachliche verlagert: Schutz und Erhalt bestimmter Tier- und Pflanzenarten, bestimmter Lebensräume und Biotopkomplexe traten in den Vordergrund: die Anlage von Steinhaufen etwa wurde nicht mehr gefördert. Die Roten Listen der gefährdeten Arten und die Arten, für die Bayern oder Deutschland "besondere Verantwortung" tragen spielen eine immer größere Rolle. Die Fachkompetenz beim Erkennen der Lebensräume wie bei der Umsetzung von Maßnahmen wurde im Gefolge der staatlichen Biotopkartierung und der Arten- und Lebensraum-Listen der NATURA-2000-Richtlinien (FFH- und Vogelschutz-RL) immer wichtiger, aber nicht leichter zu vermitteln.
Der LBV Starnberg konnte an dieser Entwicklung dank enger Zusammenarbeit mit Fachleuten wie Christian Niederbichler und dank des Wissensdranges von Sebastian Werner teilhaben. Die Arbeit ist anspruchsvoller und komplexer geworden: "Mit Sachverstand und Augenmaß" bleibt unser Wahlspruch.
   

H. Guckelsberger

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