Service - aus Rundbrief 2007/2

LBV Starnberg

Gebietsbetreuer in Bayern - Erfahrungen im Vergleich

Unentbehrlich, aber gefährdet - wir engagieren uns

Erfolgsprojekt Gebietsbetreuer
  Das Pilotprojekt, das vor zehn Jahren mit dem "Ramsar-Gebietsbetreuer Ammersee" eingerichtet wurde, hat sich als Erfolgsmodell herausgestellt: Hauptamtliche Gebietsbetreuer sind sinnvoll, ja zwingend für die Betreuung von Groß-Schutzgebieten nach der FFH- und Vogelschutz-Richtlinie wie nach der Ramsar-Konvention. Wir haben dies aus unmittelbarer Nähe verfolgt:

1. Die Gebietsbetreuer brauchen eine langfristig gesicherte berufliche Perspektive, weil sich das notwendige Vertrauensverhältnis mit Behörden, Gemeinden, Landwirten und sonstigen Bürgern nur langsam aufbaut.

Wenn die Finanzierung - ggf. mit Hilfe von EU-Mitteln - verlängert werden sollte, gehört zum Erfolg:

 2. Das Tätigkeitsspektrum muss über reine "Konfliktvermeidung" hinausgehen.

Worauf soll sich Öffentlichkeitsarbeit stützen und wie glaubhaft soll sie sein, wenn ein gewisses Maß an Bestandserfassungen, Monitoring und Erfolgskontrollen nicht zum Aufgabenfeld gehören?

Beim Pilotprojekt "Ramsar-Gebietsbetreuer Ammersee" war entscheidend wichtig:

3. Gebietsbetreuer müssen über gewisse frei verfügbare Mittel verfügen können, mit denen sie kurzfristig kleinere fachlich notwendige Aufträge vergeben können.

 

4. Aus unserer Sicht müssen die Gebietsbetreuer in den regulären Haushalt des Umweltministeriums übergeführt werden. Ein Beispiel dafür ist die (Ko-)Finanzierung von Umweltstationen.

Wir sind dankbar für die bisherige (Teil-)Finanzierung durch den Bayerischen Naturschutzfonds. Diese war als Anschubfinanzierung für eine Pilotprojekt gedacht. Jetzt aber, da sich Gebietsbetreuer als unentbehrlich herausgestellt haben, sollte diese Finanzierung in den regulären Haushalt des Umweltministeriums überführt werden.

5. Erfreulich ist, wenn sich auch der Bezirk Oberbayern und die beteiligten Landkreise wie bisher zusammen mit den Naturschutzverbänden an der Finanzierung der Gebietsbetreuerstellen beteiligen. Wir sehen darin weiterhin ein Zeichen der Wertschätzung dieser Arbeit.

Zum 30. September 2007 laufen die Verträge aus, bis heute ist nicht gesichert, ob und wie sie verlängert werden. Dabei treten nicht nur persönliche Härten, sondern auch arbeitsrechtliche Probleme auf - eine Zumutung in vielerlei Hinsicht.

Was 1997 ein mutiges und zukunftsweisendes Pilotprojekt des damaligen Umweltministers Dr. Thomas Goppel gewesen ist, darf nicht im Sande verlaufen.

Horst Guckelsberger

 

 

 

siehe auch im Pressespiegel: 2007:
 Weniger Geld für Gebietsbetreuer  

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