Service - aus Rundbrief 2007/2

LBV Starnberg

Eichen - Tot oder lebend? Tot und lebend!
 
Eichen - auch als "Totholz" erfüllt von prallem Leben

 Foto: H. Guckelsberger

Eichen bestimmen als frei stehende Einzelbäume das Landschaftsbild in der Region, früher waren sie wichtig für die Schweinemast. Weithin bekannt ist die über zweihundert Jahre alte Eichenallee zwischen Weßling und Seefeld der Grafen Toerring. Weniger bekannt sind ihre kleineren Ableger im Gebiet um Gut Delling und die Schwaige Ettenhofen.

Der LBV Starnberg bemüht sich um den Erhalt der Eichen. Gelegentlich besteht die Möglichkeit, Eichen nachzupflanzen, fallen doch jedes Jahr einige der Baumveteranen Sturm, Schneebruch oder dem Alter zum Opfer. Manche der Eichen müssen auch zwingend der "Verkehrssicherungspflicht" geopfert werden. Der Wechsel von Weidewirtschaft zu Ackerbau bringt leider auch mancher frei stehenden Eiche den schleichenden Tod, wenn der Pflug das Wurzelwerk unter der Baumtraufe zerstört.

Mit diesen alten Eichen verschwinden nicht nur markante Merkmale unserer Landschaft, auch wertvoller Lebensraum für Fledermäuse, Vögel, viele Käfer- und Insektenarten wird reduziert.

Aber: Das Holz alter Eichen kann noch jahrzehntelang als "Totholz" - aufrecht stehend oder liegend - Lebensgrundlage für viele Arten sein. Es ist alles andere als tot, es ist voller Leben. Wir arbeiten eng mit den Behörden zusammen, dass Eichenstämme von beachtlichem Durchmesser - also langsam verrottendes, "langlebiges Totholz" - dem Artenschutz dient. Das Straßenbauamt Weilheim hat sogar verfügt, dass alle Bäume der Allee, die entfernt werden müssen, für Naturschutzzwecke reserviert werden.

Diese Eichenstämme verwenden wir vorrangig zum Bau von Brutmeilern für den gefährdeten Hirschkäfer. Dieser kommt noch in der klimatisch begünstigten Region zwischen den Ammerseeleiten bei Fischen und den Amperleiten bei Schöngeising vor. Alleine der Transport der tonnenschweren Stämme bedarf schwerer Lastwagen, gelegentlich eines Autokrans. Auch dies zu finanzieren dienen Ihre Zuwendungen.

Horst Guckelsberger

   
Anmerkung:
Im Bild zu sehen sind unsere britischen Gäste des BTCV vom Frühjahr 2007: Ian Begley von den Orkneys, Chas Goreman von Island, Helen Robinson von den Äußeren Hebriden (siehe "Erfahrungsaustausch" im Rundbrief 2007/2).

Dazu aus Bayern: Günther Paschek, Stefan Schilling, Sebastian Werner und Patrick Fantou.
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