Service: LBV - Positionen
Sparmaßnahmen Stand Ende August 2004

Es kam viel schlimmer als zu befürchten war:

Hau Ruck - Natur kaputt gespart!
(aus unserem Mitglieder-Rundschreiben 2004/2, Stand Ende August 2004)

Wir hatten Anfang 2004 noch Verständnis dafür, dass man der kommenden Generation nicht einen riesigen Schuldenberg hinterlassen kann, und wir hatten unsere Bereitschaft erklärt, an einem ausgewogenen Sparkonzept mitzuarbeiten. Wir hatten in mehreren detaillierten Briefen auf die langfristigen negativen Auswirkungen, auf den Vertrauensverlust bei den beteiligten Landwirten, auf die Vergeudung bislang geleisteter Investitionen und Pflegemaßnahmen hingewiesen. Wir bekamen vom Umweltministerium eine nichts sagende Pauschalantwort, von den Landräten nicht einmal eine Eingangsbestätigung.

Und wir wurden brutal enttäuscht: Nicht 15%, nicht 25%, nicht 50% - die “Einsparungen” treffen unsere Hilfe für den Erhalt der Arten und ihrer Lebensräume zu 100%!

Beispiel 1: Die Pflege des Bodensee-Vergissmeinnichts - eine der seltensten und am höchsten bedrohten Pflanzen Europas, für die Bayern Verantwortung trägt: Zur dringenden Bitte aller Fachbehörden, mit der bewährten Pflege fortzufahren kommt die lapidare Bemerkung: ”Aber Geld ist keines da”.
Beispiel 2: Im Ampermoos konnten im Vorjahr ca. 250 ha Streuwiesen gemäht werden, - der Große Brachvogel hat erstmals seit Jahrzehnten dort wieder gebrütet, Orchideen blühen vermehrt, die jahrelange Arbeit der Ramsarbeauftragten (und, in aller Bescheidenheit, auch unsere Arbeiten dort) beginnt Früchte zu tragen. Für den Starnberger Teil, einem besonders wertvollen Gebiet im Ampermoos, “stehen heuer keinerlei Mittel zur Verfügung.”

Bisher sehen auch der Landkreis und die (meisten) Gemeinden nicht ein, dass sie - wieder einmal - finanziell einspringen sollen für Aufgaben, die sie als “Aufgabe des Staates” ansehen. Sie erkennen aber wohl auch nicht, dass auch sie Verantwortung tragen: “Aus der Verantwortung des Menschen für die natürlichen Lebensgrundlagen sind Natur und Landschaft auf Grund ihres eigenen Wertes und als Lebensgrundlage des Menschen .... zu schützen, zu pflegen und zu entwickeln. .. Die biologische Vielfalt ist zu erhalten und zu entwickeln” [ BayNatSchG)].

Der wichtigste Naturschützer sind S I E !

Wir stellen uns der Verantwortung, solange uns dies durch die ideelle und finanzielle Unterstützung unserer Mitglieder, Förderer und Freunde - also durch SIE - möglich gemacht wird. Wir wollen die wertvollsten Flächen im Ampermoos - nicht nur unser LBV-Grundstück - nunmehr auf unsere Kosten wie bisher von Bauern mähen lassen.

Wir wollen weiterhin im Gilchinger Wild- und Görbelmoos, in den Hangquellmooren von Pöcking, im Kraillinger Pioniergelände, in den Mooren von Herrsching, Andechs und Tutzing arbeiten, wir wollen mit Sebastian Werner einen hochengagierten und sachkundigen Mitarbeiter und Mitstreiter behalten, und wir werden das Bodenseevergissmeinnicht nicht im Stich lassen - weil SIE uns nicht im Stich lassen!

 

Horst Guckelsberger

Was vorausging: Mahnung Ende 2003

Presse: Sta-Merkur vom 4.9.2004

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