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Wir hatten Anfang
2004 noch Verständnis dafür, dass man der kommenden Generation
nicht einen riesigen Schuldenberg hinterlassen kann, und wir
hatten unsere Bereitschaft erklärt, an einem ausgewogenen
Sparkonzept mitzuarbeiten. Wir hatten in mehreren detaillierten
Briefen auf die langfristigen negativen Auswirkungen, auf den
Vertrauensverlust bei den beteiligten Landwirten, auf die
Vergeudung bislang geleisteter Investitionen und Pflegemaßnahmen
hingewiesen. Wir bekamen vom Umweltministerium eine
nichts sagende Pauschalantwort, von den Landräten nicht einmal
eine Eingangsbestätigung.
Und wir wurden brutal enttäuscht: Nicht 15%, nicht 25%, nicht
50% - die “Einsparungen” treffen unsere Hilfe für den Erhalt
der Arten und ihrer Lebensräume zu 100%!
Beispiel 1: Die Pflege des Bodensee-Vergissmeinnichts
- eine der seltensten und am höchsten bedrohten Pflanzen
Europas, für die Bayern Verantwortung trägt: Zur dringenden
Bitte aller Fachbehörden, mit der bewährten Pflege fortzufahren
kommt die lapidare Bemerkung: ”Aber Geld ist keines da”.
Beispiel 2: Im Ampermoos konnten im Vorjahr ca.
250 ha Streuwiesen gemäht werden, - der Große Brachvogel hat
erstmals seit Jahrzehnten dort wieder gebrütet, Orchideen blühen
vermehrt, die jahrelange Arbeit der Ramsarbeauftragten (und, in
aller Bescheidenheit, auch unsere Arbeiten dort) beginnt Früchte
zu tragen. Für den Starnberger Teil, einem besonders wertvollen
Gebiet im Ampermoos, “stehen heuer keinerlei Mittel zur
Verfügung.”
Bisher sehen auch der Landkreis und die (meisten) Gemeinden
nicht ein, dass sie - wieder einmal - finanziell einspringen
sollen für Aufgaben, die sie als “Aufgabe des Staates” ansehen.
Sie erkennen aber wohl auch nicht, dass auch sie Verantwortung
tragen: “Aus der Verantwortung des Menschen für die natürlichen
Lebensgrundlagen sind Natur und Landschaft auf Grund ihres
eigenen Wertes und als Lebensgrundlage des Menschen .... zu
schützen, zu pflegen und zu entwickeln. .. Die biologische
Vielfalt ist zu erhalten und zu entwickeln” [ BayNatSchG)].
| Der
wichtigste Naturschützer sind S I E ! |
Wir stellen uns
der Verantwortung, solange uns dies durch die ideelle und
finanzielle Unterstützung unserer Mitglieder, Förderer und
Freunde - also durch SIE - möglich gemacht wird. Wir
wollen die wertvollsten Flächen im Ampermoos - nicht nur unser LBV-Grundstück - nunmehr auf unsere Kosten wie bisher von Bauern
mähen lassen.
Wir wollen weiterhin im Gilchinger Wild- und Görbelmoos,
in den Hangquellmooren von Pöcking, im Kraillinger
Pioniergelände, in den Mooren von Herrsching, Andechs und
Tutzing arbeiten, wir wollen mit Sebastian Werner einen
hochengagierten und sachkundigen Mitarbeiter und Mitstreiter
behalten, und wir werden das Bodenseevergissmeinnicht nicht
im Stich lassen - weil SIE uns nicht im Stich lassen! |