| LBV-Positionen: Vogelfütterung |
| Vogelfütterung - kontrovers diskutiert |
| Füttern ersetzt keine Lebensräume | |||
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Eine heftige, öffentlich geführte
Kontroverse haben Thesen zum Vogelfüttern ausgelöst, die
Prof. P. Berthold in seinem neu erschienenen Buch "Vögel
füttern - aber richtig. Anlocken - schützen - sicher bestimmen"
(Kosmos-Verlag 2006) vertritt. Berthold ist renommierter
Ornithologe und ehemaliger Leiter des Max-Planck-Instituts für
Ornithologie, Abteilung Radolfszell. Hier prallen wohl die Ideen des “Vogelschutzes" mit den viel weiter gespannten Ideen des Schutzes ganzer Lebensräume und ihrer Vernetzungen zum Schutz nicht nur der Vogelwelt aufeinander. Leider, muss ich sagen, denn der Arten- und Biotopschutz, wie wir vom LBV ihn seit mindestens 40 Jahren verstehen, sollte sich mit den wirklichen Kontrahenten im Naturschutz auseinander setzen und nicht so sehr interne (Glaubens?) Kriege ausfechten. Die auch im Rundfunk
veröffentlichten Bertholdschen Thesen haben zur Verunsicherung
bei Vogelfreunden und Naturschützern geführt. Deshalb hänge ich ein
“Papier” des LBV-Artenschutzreferenten Dr. Andreas von Lindeiner
sowie einen Brief des NABU-Vorsitzenden von Baden-Würtemberg an, dazu
das Merkblatt des Artenschutzreferats zur Winterfütterung als
pdf-Datei (s. unten). |
Niemandem soll also die Freude am
winterlichen Besuch am “Vogelhaus”, also an der geeigneten
Fütterungsstelle, genommen werden. Als Alibi und zur
Beruhigung des Gewissens taugt Füttern alleine allerdings nicht.
Vielen Vogelarten - Brachvogel, Rauchschwalbe, Bekassine, Rohrdommel, Kiebitz, Flussseeschwalbe, Uhu sind nur Beispiel - kann mit Fütterung überhaupt nicht geholfen werden: Geeignete Lebensräume müssen erhalten oder wieder vitalisiert werden: Strukturreiche Wiesen und Felder, beruhigte Brut-, Mauser- und Rastgebiete, großflächig und zum richtigen Zeitpunkt gemähte blütenreiche Wiesen, mit genügend Altholz durchsetzte standortgerechte Wälder, strukturierte Waldränder, nicht-ausgetrocknete oder revitalisierte Niedermoore und Auen, insektenreiche Wiesen und Gehölze, naturnahe Gärten usw.: je nach besonders zu schützender Art. Damit sind aber auch geeignete Vorgaben an die Agrarpolitik und -praxis, den Verbraucherschutz, an die Forst- und Wasserwirtschaft und die Landesplanung zu formulieren, zu finanzieren und durchzusetzen. Nicht zuletzt ist es notwendig,durch Information und Aufklärung der Bevölkerung Akzeptanz, besser noch Einsicht und Bereitschaft zur Unterstützung für die Bewahrung unseres Naturerbes zu erreichen. Der Schutz und die Wiedergewinnung dieser Lebensräume, auch der Trittsteinbiotope und der geeigneten Rast- und Nahrungsräume auf den Zugwegen ist durch nichts zu ersetzen - schon gar nicht durch Fütterung. Angesichts der erstaunlichen Summen, die bereitwillig für die Fütterung ausgegeben werden, mein Vorschlag: |
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| ☺ | Jeder, der füttert, gibt den gleichen Betrag noch einmal als Spende an den LBV für dessen Arbeit für zum Schutz der heimischen Arten und ihrer Lebensräume. | ||
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Horst Guckelsberger |
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