Pressespiegel

LBV Starnberg

 

aus: Pressemitteilung der LBV-Landesgeschäftsstelle vom 16.06.2008

E.ON stoppt Bundesadler
Seeadler stirbt an ungesichertem Strommast

Wie erst jetzt bekannt wurde, verunglückte Anfang Mai ein männlicher Seeadler im Landkreis Schwandorf an einem ungesicherten Strommast. Die Ansiedlung des dritten Brutpaars in Bayern ist damit gestoppt, weil der Stromversorger das Naturschutzgesetz nur schleppend umsetzt.

2006 am Altmühlsee, dieses Frühjahr am Chiemsee: Deutschlands Wappenvogel, der Seeadler, versucht in Bayern Fuß zu fassen. Die Ansiedlung eines dritten Paares im Landkreis Schwandorf ist nun gestoppt. Das Männchen kam an einer ungesicherten Stromleitung um. Der Revierförster hatte den Seeadler wehrlos, fast bei lebendigem Leib verfault gefunden und in die LBV-Pflegestation Regenstauf gebracht. „Verbrennungen nach einem Stromschlag”, ist die klare Aussage von Stationsleiter Karl Büchl.

Zu Büchl in die Regenstaufer Vogelstation kommen jährlich unzählige Vögel, denen die ungesicherten Leitungen der Stromversorger zum Verhängnis werden. Ein für Oda Wieding unhaltbarer Zustand: „Einige Stromversorger nehmen ihre gesetzliche Verpflichtung zur flächendeckenden Sicherung aller gefährlichen Masten bis 2012 immer noch nicht ernst“, so die Stromtodbeauftragte beim LBV. In diesem Jahr sind bereits zwei Wanderfalken, zwei Uhus, ein Weißstorch, ein Rotmilan und mehrere Falken unter Strommasten gefunden worden. Die Dunkelziffer sei weitaus höher.

Seit 2002 sind Stromversorger gesetzlich dazu verpflichtet, ihre Strommasten zu sichern. Bis 2004 hatte der LBV ihnen die Bereiche gemeldet, in denen besonders gefährdete Vögel vorkommen oder Schutzgebiete liegen. Die Masten in diesen Bereichen sind jedoch noch längst nicht gesichert. So auch der Todesmast im Versorgungsgebiet der E.ON, an dem nun der Seeadler verunglückte.

Dass Seeadler sich in Bayern erfolgreich ansiedeln, hatte vor zwei Jahren die N-ERGIE am Altmühlsee mobilisiert. Sie hatte umgehend alle gefährlichen Masten gesichert, um die Sensation nicht durch einen vermeidbaren Unglücksfall zu gefährden. Auch die Neuansiedlung im Landkreis Schwandorf hätte so eine gute Chance gehabt.

Der LBV fordert die bayerischen Stromversorger auf, sämtliche Masten im Umfeld der gemeldeten Brutplätze von Wanderfalke, Uhu, Rotmilan, Weißstorch und Schwarzstorch umgehend zu überprüfen und bei Bedarf noch in diesem Jahr zu sichern und umzurüsten, um dann alle weiteren gefährlichen Masten, an denen Bayernweit Mäusebussarde, Turmfalken und auch Zugvögel verunglücken, bis 2012 zu sichern!

Ihr Ansprechpartner:
Oda Wieding, Referat
LBV-Artenschutz

 

Foto (nur in Verbindung mit dieser PM): W. Nerb

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