| Pressespiegel |
LBV Starnberg |
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aus: Starnberger Merkur vom 28.6.2011 |
Wir danken dem Verlag des Starnberger Merkur für die Gestattung der Veröffentlichung |
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LBV-Studie |
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| Bis zu 50 Prozent heimischer Fauna und Flora stark bedroht | |
| Landkreis - Der Landesbund für Vogelschutz hat eine großflächige Beobachtung des Vogelbestandes im Landkreis durchgeführt. Für Horst Guckelsberger, Vorsitzender der LBV-Kreisgruppe, steht schon jetzt fest, dass einige Vogelarten in den vergangenen fünf Jahren "drastisch zurückgegangen sind". Dieser Befund deckt sich mit der Aussage einer detaillierten Untersuchung über die Vögel im Leutstettener Moos. | Die LBV-Studie hat nicht die Zugvögel erfasst, die hier vor allem wegen der Seen ein "Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung" als Winterquartier ansteuern. Der Starnberger See, so Guckelsberger, ist "für Wasservögel ein Topgebiet in Deutschland, 800 sind es im Mai und im November bis zu 25 000". |
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Am 1. Juli wird im Landratsamt eine
zusätzliche Stelle mit einer Biologin besetzt, die sich speziell
um Landschaftspflege und damit um die Lebensräume der Tiere
kümmert." Wir reden ständig über das Artensterben in der Welt", sagt Peter Drefahl, Naturschutzreferent im Landratsamt, "und merken oft gar nicht, dass auch vor der eigenen Haustüre die Arten verschwinden." Den Ernst der Situation unterstreicht die Tatsache, dass 30 Prozent bis 50 Prozent der im Landkreis Starnberg heimischen Flora und Fauna "mehr oder weniger stark gefährdet ist". Drefahl weiß ebenso wie Guckelsberger: Vögel sind Indikatoren für Artenvielfalt und Landschaftsqualität und damit auch für die Qualität menschlicher Lebensräume. |
Guckelsberger ist ebenso wie Drefahl über die zusätzliche Stelle begeistert, die dem Team Naturschutzrecht und Landschaftspflege im Landratsamt genehmigt wurde. Sie kommt auch dem 1,8 Quadratkilometer großen Naturschutzgebiet Leutstettener Moos zugute. Da war Drefahl schon etwas "frustriert", als er die ernüchternden Ergebnisse der Studie "Vögel im Leutstettener Moos 2009" bekam. Die Autoren hatten ihre Vogelkartierung mit der Artenliste des Leutstettener Volksschulrektors Höß aus dem Jahre 1974 verglichen. Sie fanden in dem einmalig schönen Moorgebiet nördlich des Starnberger Sees 85 Vogelarten. Elf Arten gab es vor 35 Jahren noch nicht, "was nicht heißt", so Guckelsberger, "dass es besser geworden ist". |
| Welche Veränderungen hat es in den vergangenen Jahren gegeben? Mit dieser Fragestellung zogen die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Landesbundes für Vogelschutz los. Was sie registrierten und notierten, was sie sahen und hörten, ist in 900 Datensätzen dokumentiert und geht in einer entsprechenden elektronischen Verpackung zur Auswertung an die Vogelschutzwarte in Garmisch-Partenkirchen. Bei einem ersten Durchblättern fielen Guckelsberger vor allem erhebliche Einbrüche bei den "Allerweltsarten" auf: "Den schleichenden Rückgang haben wir zu lange zu wenig beachtet." | Die zunehmende Verwaldung etwa hat den Specht angelockt. Aber: 13 Brutarten sind verschwunden, unter anderen Kiebitz, Wasserralle, Braunkehlchen, Zwergtaucher, Krickente, Sperber, Waldohreule, Gartenrotschwanz. Als "dramatisch" empfindet es Drefahl vor allem, dass jetzt die moostypischen Arten fast völlig fehlen, nur noch Schwarzkehlchen, Wiesenpieper, Drosselrohrsänger und Schilfrohrsänger sind geblieben. |
![]() Kleine Korrektur: Der o.g. "Sperber" ist ein Turmfalke - kann mal passieren. HG |
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| Guckelsberger nennt unter anderen den Kiebitz, der sich in Feuchtwiesen zu Hause fühlt, die Feldlerche, die "vom Charaktervogel zum Sorgenkind" wurde, den Haussperling, die Bekassine aus der Schnepfenfamilie und die Rauchschwalbe, der die offenen Ställe als Brutstätten und die Lehmpfützen als Baumaterial für die Nester abhanden gekommen sind. "Nicht die Vögel, nur deren Lebensräume können wir schützen und erhalten", meint Guckelsberger und bietet etwa im Fall Rauchschwalbe als Lösung Nistmöglichkeiten und -hilfen in Pferdehöfen und Bootshäusern an, mit einer kleinen lehmigen Wasserstelle im Umfeld. | Für das Leutstettener Moos ist Handlungsbedarf angesagt. Es ist zu trocken, es gibt zu viele Bäume und Büsche, die dem Boden Wasser entziehen: "Wiedervernässung und Reduzierung des Baumbestandes stellen die dringlichsten Maßnahmen dar, um den typischen Moorcharakter des Gebietes zu bewahren bzw. wiederherzustellen." Für Drefahl ist klar: "Wir können, wollen und müssen pflegerisch eingreifen." Es geht um eine Anhebung des Wasserstandes, um die Schließung von Entwässerungsgräben, um Entbuschungen, mehr offene Flächen und eine Entsorgung des Mähgutes - und um viele Gespräche mit den einzelnen Grundstückseignern. Pläne und Konzepte "liegen schon vor", versichert Drefahl. Die neue Mitarbeiterin hat viel zu tun. |
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klaus j. greiner |
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