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LBV Starnberg

 Naturschutztipp: Igel im Herbst

aus: Starnberger Merkur vom 17.09.2007

Burgen bauen für stachelige Nestsucher 

Die Herbergssuche hat begonnen. Hilflos irren Igel in Wohngebieten umher. Darum rufen Tierschützer dazu auf, den eigenen Garten igelfreundlich zu gestalten.
VON CORINNA ERHARD
München - Nasskaltes Wetter und kühle Temperaturen in den vergangenen Wochen führten dazu, dass Igel schon jetzt nach einem Winterquartier suchen. Hilfe leisten können Gartenbesitzer durch einfache Vorkehrungen — beispielsweise nach dem Vorbild des Mustergartens, der am Samstag im Münchner Tierheim eröffnet wurde. Der begehbare Igel-Garten ist 1000 Quadratmeter groß, naturnah gestaltet und mit 18 Schautafeln versehen.

Zum Überleben brauchen die Tiere Unterschlupf- und Nistmöglichkeiten wie niedriges Buschwerk, Laub- und Reisighaufen. Nach Ansicht von Tierschützern dürfte neben einheimischen Stauden und Gehölzen oder einer Schmuddelecke, in der sich Wildwuchs frei entfalten kann, vor allem eines nicht fehlen: eine Igelburg. Hand anlegen kann jeder selbst.

„Es muss nicht wahnsinnig kompliziert und aufwändig sein", sagt Horst Guckelsberger, der sich für Arten- und Biotopschutz einsetzt. Als Vorsitzender der Kreisgruppe Starnberg im Landesbund für Vogelschutz kennt er auch die Vorlieben der stacheligen Gefährten und empfiehlt: „Laub auf keinen Fall entsorgen!" Am besten rechen Gartenbesitzer Blätter zusammen und lassen sie an einigen Stellen liegen. „Der Schutzraum sollte warm und trocken sein." Mit Fichtenzweigen ließen sich die Blätter erschweren, sodass ein Sturm sie nicht wegweht. Wind- und wetterfeste Igelburgen sind auch im Fachhandel erhältlich.

Die Tierliebe führt derzeit allerdings oft zu weit. Igel werden in Gärten aufgelesen und zur Pflege ins Tierheim gebracht. Gesundheitsstaatssekretär Otmar Bernhard warnte bei der Eröffnung des Mustergartens am Münchner Tierheim:

„Im naturnah angelegten Gaden und in Freiheit fühlen sich die niedlichen Vierbeiner am wohlsten." Auf einem Lehrpfad im Mustergarten erfahren die Besucher, wie sie den Tierchen das Leben erleichtern können.

 Schon kleinmaschige Zäune stellen eine Gefahr dar. Mit ihrem stacheligen, rundlichen Körper bleiben Igel leicht in Drahtgittern hängen. Außerdem treten sie in Mausefallen oder fressen mit Schneckenkorn vergiftete Schnecken. Tierschützer Guckelsberger rät: „Schaffen Sie Durchgänge zu den Nachbargärten." So fänden Igel genug Nahrung - und davon brauchen sie vor dem Winterschlaf reichlich. „Sie fressen sich voll, solange es noch warm ist."
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