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Gewässerentwicklungsplan für den Ammersee - Auftakt

Starnberger Merkur vom 10./11.12.2005

Foto: Nagl

Der Schilfbereich liegt allen am Herzen: Seit 1963 ist er um 90% zurückgegangen.

von Ursula Nagl  
Holzhausen In der Verwaltungsschule Holzhausen wurden am Donnerstag die Stühle knapp, denn das Wasserwirtschaftsamt Weilheim hatte zu einer wichtigen Auftaktveranstaltung geladen: Nach dem Chiemsee und dem Starnberger See soll nun auch der drittgrößte See Bayerns, der Ammersee, einen Gewässerentwicklungsplan (GEP) erhalten. Der GEP sei zugleich ein KLP, ein "Konfliktlösungsplan", in dem die Interessen von 15 Gemeinden, drei Landkreisen sowie zahlreicher Verbände und Vereine und die Belange des Naturschutzes aufeinander abgestimmt werden s911en, formulierte es Brigitte Lenhard vom Fachbereich Gewässeraufsicht.

Ein Leitbild also, dessen übergeordnetes Ziel, der Erhalt des ökologischen Gleichgewichtes und die Zukunftssicherung der Kulturlandschaft Ammersee sei. Und "ein Miteinander für den Ammersee" sei angesichts des hohen Nutzungsdrucks von allergrößter Bedeutung.

Zahlen und Fakten hatte Ulrich Bernard vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München im Gepäck. Demnach leben 41 000 Menschen im Uferbereich des Ammersees, weshalb neben dem Tourismus auch die Naherholung von besonderer Bedeutung sei. Eine mögliche Einbeziehung des Ammer- und des Starnberger Sees in den angedachten "äußeren Radlring" um München sei ein Aspekt davon. Zur Stärkung derartiger Projekte könnten EU-Gelder fließen. Auch der Bau des Ammerseegymnasiums deute dieses Entwicklungsstadium an.

Das schon bei der Entstehung des GEP Konfliktlösung gefragt ist, zeigte sich in der Diskussion zur Gestaltung der Arbeitsgruppen: Ein Vertreter des Seglerverbandes kritisierte, dass den Fischern eine eigene Arbeitsgruppe zugeordnet werde. Schondorfs Bürgermeister Gerd Hoffmann, bemängelte, dass die Gemeinden im Organisationsmodell dem Arbeitskreis Tourismus zugeschrieben werde. Hoffmann: "Darauf sind unsere Interessen nicht beschränkt." Für das Frühjahr 2006 ist das nächste Treffen in Sachen GEP-Ammersee geplant.

Ein GEP sei ein ökologisch fundierter, wissenschaftlicher Fachplan, der das Ziel verfolge, eine Gewässerlandschaft mit möglichst wenigen Eingriffen zu erhalten oder wiederherzustellen, fasste Regierungspräsident- Christoph Hillenbrand zusammen. Und der, Ammersee sei als überregionaler Anziehungspunkt in ökologischer, wirtschaftlicher und touristischer Hinsicht von allergrößter Bedeutung. Landrat Walter Eichner erklärte den GEP sogar zur "Chefsache". "Wir dürfen die Natur und den See nicht vermarkten. Aber wir können unsere Region zwischen Ammersee und Lech durch die Umsetzung eines GEP sinnvoll stärken", betonte Eichner. " Wenn wir das bis zum Jahr 2010 erreichen, wäre es wunderbar."
Mehrheitlich werde zwar eine Lenkung der Erholungsnutzung gefordert, gleichzeitig stehe man der Ausweisung weiterer Schutzgebiete kritisch gegenüber, so Hermann

GEP zugleich Konfliktlösungsplan

Bamgratz vom Wasserwirtschaftsamt. Hohe Dringlichkeit werde jedoch übereinstimmend von allen Behörden dem Schilfschutz zugeschrieben. Die Bestände haben sich von 1963 bis zur Uferkartierung im Jahr 1993 über 90 Prozent reduziert.
 
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