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| Überlebenschance von Störchen im Winter |
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Starnberger Merkur, 2.03.2005 |
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Der lange andauernde Winter Januar-Februar-März 2005 mit hoher Schneedecke bringt vor allem viele Greifvögel, aber auch überwinternde Störche in Bedrängnis. Anlass für den Artikel war ein bei Raisting überwinternder (und dort gefütterter) Weißstorch, der aus einer französischen Aufzuchtstation stammt und der wohl den Zugtrieb verloren hat: |
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Foto: Tuschel/LBV |
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Waldkäuze haben
es wie Eulen derzeit schwer: Ihre bevorzugte Beute, nämlich
Mäuse, |
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| In Baiersdorf bei Erlangen wurde der erste Storch gesichtet, in Donauwörth ist mittlerweile ein weiterer eingetrudelt. Wie sich die Neuankömmlinge bei eisigen Temperaturen zurechtfinden und welche Probleme lauern, darüber sprachen wir mit Oda Wieding, Expertin beim Landesbund für Vogelschutz. | |
| Ist es nicht ungewöhnlich, dass die ersten Störche schon jetzt aus dem warmen Süden ins bitterkalte und verschneite Bayern kommen? | Die sind derzeit unsichtbar unter der dicken Schneedecke. |
| Wieding: Wir haben auch Störche, die überwintern hier bei uns. Einige sind sogar jeden Winter da. Die finden entweder selber Nahrung oder werden versorgt. Nur bei einer längeren geschlossenen Schneedecke gibt es ein Problem. | Wieding: Das stimmt, die Mäusegänge sind jetzt nicht zu erkennen. Das macht auch Eulen und Käuzen zu schaffen das ist eine harte Zeit für sie. Schwache und kranke Tiere fallen den Wetterbedingungen zum Opfer. |
| Das ist jetzt der Fall. Ist es nicht sonderbar, dass Störche schon so früh kommen und dann eventuell durchgefüttert werden müssen? | Trifft das Nahrungsproblem auch den Uhu oder die überwinternden Singvögel? |
| Wieding: Natürlich gibt es auch Stimmen, die sagen: "Tut nichts und lasst. sie notfalls sterben, bei 500 000 Störchen in Europa ist es eine ganz normale Tierart, die sollte unbeeinflusst leben können. Doch bei uns ist der Storch als Märchengestalt tief verwurzelt. Da ist die Sorge in der Bevölkerung schon etwas anders, als wenn es eine Amsel wäre. | Wieding: Ein Uhu frisst auch größere Beutetiere wie Hasen, da sind mir noch keine. Probleme bekannt geworden. Grundsätzlich gilt: Wer bei uns überwintert, ist auch auf den Winter eingestellt. Für Singvögel ist die Nahrung schlechter erreichbar, aber dafür gibt es ja Futterstellen an Vogelhäusern. Das kann man ruhig machen, es ist vor allem wichtig, um Kindern den Kontakt zur Natur beizubringen. |
| Aber irgendwas muss die Störche doch so früh hertreiben. | Das heißt, wenn das Wetter so bleibt, müssen auch die jetzt angekommenen Störche durchgefüttert werden. |
| Wieding: Man kann in die Tiere natürlich nicht reinschauen und fragt sich sicher, warum der Storch jetzt in den Schnee geflogen ist. Aber die Tiere, die jetzt schon kommen, haben nicht in Afrika, sondern in Spanien und Südfrankreich überwintert. Die fliegen über Schnee und könnten es sich immer anders überlegen. Vielleicht wollen sie einen Vorteil für die Brutsaison haben, vielleicht haben sie sich in Spanien so vollgefressen, dass sie denken, sie schaffen es auch hier. Störche können mehrere Tage .ganz ohne Nahrung auskommen. | Wieding: Theoretisch schon. Aber Störche haben einen guten Instinkt, die fliegen notfalls weiter. In Nürnberg etwa kommt es immer wieder vor, dass Störche in den Zoo fliegen und sich dort an Futterstellen bedienen. Zum Übernachten fliegen sie dann wieder weg. Auch auf Mülldeponien finden Störche Nahrung. Sollte es aber tatsächlich noch länger so kalt und schneebedeckt bleiben, kann es durchaus sein, dass es das eine oder andere Tier ohne Füttern nicht schafft. |
| Von was ernähren sich die Störche? |
■ Das Gespräch führte Boris Forstner |
| Wieding: Im Sommer fressen sie fast alles, von Regenwürmern über Insekten und kleinen Fischen bis zu Fröschen. Im Winter stehen vor allem Mäuse auf dem Speiseplan. | |
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