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Jahreshauptversammlung 2004

 Starnberger Merkur vom 22.11.2004

Landkreis (vs) - Die Kreisgruppe Starnberg im Landesbund vor Vogelschutz (LBV) begrüßte zur, Jahresversammlung im Weßlinger Pfarrstadl den stellvertretenden Landesvorsitzenden Hans-Joachim Leppelsack. Der lobte die Starnberger als "eine der am Besten geführten Kreisgruppen in Oberbayern". Trotzdem plagen den Verein Sorgen: Die Mitgliederzahl sinkt seit Jahren stetig. Am 1. Januar 2000 zählte die LBV-Kreisgruppe 1990 Angehörige. Am 1. Januar 2004 waren es noch 1 667 und bis zum 31. Oktober hatte sich die Zahl auf 1 637 reduziert.

Mehrere Gründe für den Mangel an Neumitgliedern wurden in der Diskussion genannt. Die Öffentlichkeit sei gegenüber Vögeln nicht mehr offen eingestellt. Nur Singvögel würden noch positiv bewertet, auf Kormorane und Gänse hingegen falle negatives Licht. Da der LBV nicht nur Vogel-, sondern allgemein Naturschutz betreibt, wurde angeregt, das bekannter zu machen, um eine größere Zielgruppe anzusprechen.

Der Mitgliederschwund ist für den LBV eine finanzielle Belastung. Zudem haben die Gemeinden ihre freiwilligen Zuschüsse gekürzt oder gestrichen.
Die Staatsregierung gibt ebenfalls keine Mittel mehr für den spezifischen Artenschutz und. die Landschaftspflege. Finanziert werden nur noch investive Kofinanzierungen mit der Europäische Union. Daher schloss der Verein das Jahr 2003 mit einem Minus in Höhe von 10.000 Euro ab. Der Verein "ist deshalb nicht pleite", wie Vorsitzender Horst Guckelsberger sagte, muss aber sparen. Heuer werde der Jahresabschluss schon etwas erfreulicher ausfallen. Bisher sei die Buchführung nur mit etwa 1.700 Euro in den roten Zahlen.

Trotz der schlechten Nachrichten gab es auch Gutes zu berichten. Zum ersten Mal wurde eine Wasservogelzählung am Starnberger See über den ganzen Sommer hinweg durchgeführt. So berichtete Guckelsberger von 1.000 Wasservögeln am Starnberger See im Mai und 20.000 im Oktober/November zu berichten. Wo sich früher manchmal nur 30 Kolbenenten am Starnberger See aufhielten, sind es heuer über 1000 und das schon über zwei Monate.
 
Anmerkung: Richtig ist, dass die Anzahl der Mitglieder in der genannten Weise abgenommen hat. Nicht richtig ist - und das wurde auch belegt -, dass "der Kreisgruppe die Mitglieder weglaufen".

Im Gegenteil: Die LBV-Landesgeschäftsstelle bestätigt nach einer Analyse der Austrittsquoten:
"Damit hat Ihre Kreisgruppe sehr mit dem LBV verbundene Mitglieder, die ... sehr kündigungsresistent sind."

Zu unterscheiden ist die Abnahme der Mitgliederzahl durch finanziell bedingten Austritt, durch Wegzug oder Tod von einem Austritt, der mit "Weglaufen" zu beschreiben wäre.

Wer das Arbeitsprogramm der LBV-Kreisgruppe studiert (zB. in www.lbv-starnberg.de) und die in der Presse angekündigten Arbeitseinsätze verfolgt, weiß, dass der LBV kein einseitiger "Vogelschutzverband" ist, sondern das breite Spektrum eines "Verbandes für Arten- und Biotopschutz" abdeckt.
Wir arbeiten hart an der Bewahrung aller, vor allem der selten gewordenen heimischen Arten und ihrer Lebensräume - seien dies Orchideen, Heuschrecken, Schmetterlinge, Amphibien, die Flussseeschwalbe oder unsere verschiedenen Moore, Trockenrasen und Röhrichte.

"Beim Verhältnis der Neueintritte/Austritte befindet sich die KG Starnberg im LBV-Durchschnitt," so die Landesgeschäftsstelle weiter.
Wir hoffen, dass unsere vielseitige Leistung Anerkennung findet - und dass dies bekannt wird und zu neuen Unterstützern und Mitgliedern führt.
 
"Auch bei der Anzahl der Spender steht Ihre Kreisgruppe außergewöhnlich gut da."

Auch diese Aussage zeugt weniger von einem "Weglaufen" als  von Zustimmung zur Arbeit des LBV Starnberg bei denen, die sie kennen.

 

H. Guckelsberger

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