| Service - Pressespiegel |
|
Pressespiegel - Baum des Jahres 2006 |
|
Landsberger Tagblatt vom 22./23.10.2005 |
|
Bastarde verdrängen den Baum des Jahres |
|
| Schwarzpappel hat am Ammersee eines ihrer letzten Refugien | |
![]() |
|
|
Eines der prächtigsten Exemplare
der ursprünglichen Schwarzpappel am Ammerseeufer steht in
Utting. ' Der Stamm zeigt die typischen Maserknollen. Der Ramsar-Gebietsbetreuer ließ im Frühjahr frische Triebe der Pappel durch DNA-Analysen bestätigen |
|
|
Bild: Anja Bach |
|
|
Von unserem
Redaktionsmitglied Gerald Modlinger |
|
| Der am Donnerstag gekürte "Baum des Jahres 2006", die Schwarzpappel, gehört zu den seltensten heimischen Baumarten. Nur noch wenige tausend Exemplare gibt es in Deutschland, wo insgesamt schätzungsweise zehn Milliarden Bäume wachsen. Eines der letzten Refugien der Schwarzpappel (populus nigra) ist der Ammersee. Ein besonders schönes Exemplar wächst am Uttinger Freizeitgelände. Schon seit zwei Jahren sind Sebastian Werner vom Büro des Landesbunds für Vogelschutz (LBV) in Stegen und Christian Niederbichler und Franz Wimmer vom Ramsar-Büro diesen seltenen Bäumen auf der Spur. |
In der Folge vermischten sich die
natürlich vorkommenden Schwarzpappeln immer mehr mit den
Bastard-Formen. Die Schwarzpappel kann sich mangels
Partnerbäumen daher kaum noch natürlich vermehren. Der Bestand
an "astreinen" Schwarzpappeln ist überaltert und vom Aussterben
bedroht.
Identifikation mit DNA-Test Über die Wahl der Schwarzpappel zum "Baum des Jahres" freut sich Werner sehr. Er hofft nun, dass auch der Freistaat Bayern in ein Nachzucht-Programm einsteigt, um die Bestände zu sichern. Bisher seien 14 Bundesländer dabei. In Bayern sei eine Teilnahme bisher an einer jährlichen Summe von lediglich 10 000 Euro gescheitert, bedauert Werner. Mit dem LBV habe er schon viele Mitstreiter gesammelt, die der Schwarzpappel helfen wollen. Dazu zähle beispielsweise die Untere Naturschutzbehörde in Landsberg. |
| Pappeln erfreuen sich meist keiner besonderen Aufmerksamkeit, wie sie beispielsweise den auch kulturgeschichtlich bedeutsamen Arten wie Eichen, Linden oder Eschen zuteil wird. Sie zählen zu den raschwüchsigen Weichhölzern, die heutzutage auch keine wirtschaftliche Bedeutung mehr haben. “Als Teil unseres Naturerbes" , sagt LBV -Geschäftsführer Sebastian Werner, seien speziell die Schwarzpappeln jedoch von großer Bedeutung. Dasselbe gelte für ihren ökologischen Wert: Ihre stark rissige dunkle Rinde (daher Schwarzpappel) sei Lebensraum für viele Insekten. Und wo es viele Kerbtiere gibt, fühlen sich auch die Vögel wohl, erläutert Werner die natürlichen Zusammenhänge. | |
|
Dass sie zwischen den zahlreichen
Vertretern anderer Pappel-Arten so selten geworden sind, hat
laut Werner vor allem zwei Gründe. Zum einen haben menschliche
Eingriffe in Form von Flussbegradigungen und -kanalisierungen ihren Lebensraum verkleinert. Die Schwarzpappel ist ein Auenbewohner. Nur dort, wo natürliche Flüsse immer wieder neue Sand- und Kiesbänke schaffen, können sich die sehr lichtbedürftigen und nährstoffliebenden Sämlinge gut entwickeln und gegen die Konkurrenz anderer Arten bestehen. |
|
| Der zweite negative Faktor ist, dass seit der napoleonischen Zeit die mitteleuropäische Schwarzpappel mit Kanada-Pappeln gekreuzt wurde, vor allem, um damit Chausseen anzulegen. Diese Bastarde zeichnen sich durch ihr schnelles Wachstum aus. Ihre Funktion als Schattenspender können sie schon nach wenigen Jahren erfüllen. | |
|
@Im Internet: |
|
| zu Aktuelles 2005 | zu: Baum des Jahres 2006 |
| zu: Pressespiegel 2005 | zu: Seltener Riese am See (SZ-STA 22./23.10.2005) |
| zu Arten des Jahres 2005-06 | |