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zugleich: LBV - Positionen |
| Schilfschutz - Beispiel am Ammersee | |
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Kreisbote Starnberg, 5.4.2005 |
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Der nachfolgenden Position des Ramsarbeauftragten für den Ammersee, Christian Niederbichler, schließt sich der LBV Starnberg an. Die Argumentation ist auf den Starnberger See übertragbar. H. Guckelsberger |
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| Abgeschirmt von Treibgut, stöbernden Hunden und Freizeitkapitänen entwickelt sich der Wasserschilfbestand innerhalb des Schilfschutzzaunes bei Utting gut. Foto: Nagl | |
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Ammersee - Seit den 60er Jahren ist der Schilfgürtel am Ammersee um mehr als 90 Prozent zurück gegangen. Ähnlich sieht es an anderen oberbayerischen Seen aus. In einer Presseerklärung bezieht sich der Landesjagdverband Bayern (BJV) auf ein Forschungsprojekt der Technischen Universität München, welches belege, dass neben den Sommerhochwassern insbesondere Graugans, Kanadagans, Höckerschwan und Blesshuhn die Misere verursachen. Ein Bejagungskonzept könnte nach Ansicht des BJV Abhilfe schaffen. "Bezüglich des Ammersees ist ein Bejagungskonzept mit großer Wahrscheinlichkeit keine Lösung", meint dagegen der Ramsar-Beauftragte Christian Niederbichler zum Vorstoß des BJV. Über 40 Vogelarten halten sich pro Jahr am Ammersee auf. Die im Boden wachsenden Schilf-Rhizome stehen nur bei Höckerschwan und Gans auf dem Speiseplan. "Die Blesshühner, auch Blessrallen genannt, fallen als Schilfkonsumenten nicht ins Gewicht", meint Niederbichler. Bei der letzten Kartierung im Jahr 1998 habe man am Ammersee im Winter 4.500 Blesshühner gezählt, im Sommer waren es nur noch 400. "Das Gros der Tiere", so der Ramsar-Beauftragte, "begibt sich nämlich noch bevor die zarten Schilfsprossen im Frühjahr wachsen, in entfernte Brutgebiete." Im vergangenen Jahr gab es am Ammersee nur noch sechs Höckerschwan-Brutpaare. Das Maximum gleichzeitig anwesender Höckerschwäne lag bei 55 Tieren. Zugleich wurden elf Graugansfamilien und 13 Kanadaganspaare mit 54 Jungen gezählt. Obwohl der Ammersee zu den wenigen Ramsar-Gebieten gehört, wo die Jagd kaum reglementiert ist, sei es dadurch bislang zu keiner nachhaltigen Reduktion von Höckerschwänen und Gänsen gekommen. "Die Tiere gleichen den Verlust durch ihr Brutverhalten wieder aus." Durch Verbiss stärker geschädigt sei der Schilfbestand im Umfeld der (unerwünschten, ganzjährigen Fütterungsstellen. "Insbesondere Gänse und Schwäne, die sich dort versammeln, bedienen sich beim Ausbleiben einer Fütterung schon mal im benachbarten Schilf. Aber in gesunden Schilfbeständen können sie keinen flächenhaften Schaden anrichten", meint Niederbichler. |
Luftaufnahmen belegen dagegen, dass die großen Schilfbestände in den vergangenen Jahrzehnten "durch Extrem-Hochwasser und durch menschliche Einwirkungen sowie durch Freizeitbetrieb und Treibgut vernichtet wurden". Dort wo früher Schilffelder im Flachwasser standen, befinden sich nun Steganlagen und Campingplätze. Nicht hinreichend untersucht ist nach Ansicht Niederbichlers außerdem der Einfluss der verbesserten Wasserqualität (Re-Oligotrophierung) auf die fehlende Schilf-Wiederausbreitung. Die Intensivierung der Privatjagd hält der Ramsar-Beauftragte wegen der damit verbunden Störwirkung auf seltene Arten für ungeeignet. Denkbar sei dagegen ein umfassendes, professionelles Wildtiermanagement. Schilfschutz könne laut Niederbichler nur unter Berücksichtigung aller Störfaktoren gelingen. Im Umgang mit Schwänen, Gänsen und dem Freizeitbetrieb auf dem See hätten sich in den vergangenen Jahren Schilfschutzzäune bewährt. "Im Schilfschutzzaun bei Utting existiert einer der vitalsten Restschilfbestände des Ammersees, obwohl innerhalb des Schutzzaunes Blesshühner brüten. Nachhaltig Hilfe zur Sanierung des Schilfgürtels kann deshalb halb nur ein extrem ortsbezogener Managementplan bringen”, ist sich der Ramsarbeauftragte sicher. Richtungweisende erwartet man in Stegen von einer Studie der Diplom-Biologin Stefanie Federl, die in Kürze vorgelegt wird. Die Wissenschaftlerin aus Landsberg beobachtete und dokumentierte die Entwicklung von ausgewählten aquatischen Schilfbeständen am Ammersee-Westufer im Zeitraum von 2002 bis 2004. una |
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