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LBV Starnberg

Nationaler Statusbericht "Vögel in Deutschland" 2007

Deutliche Erfolge von Vogelschutzprogrammen

LBV: Erster nationaler Statusbericht zeigt auch starke Abnahmen häufiger Vogelarten

Der erste Lagebericht „Vögel in Deutschland“, herausgegeben vom Dachverband der deutschen Avifaunisten (DDA) zeigt, dass seltene Vogelarten zunehmen, wenn sie besonders geschützt werden. Viele ehemals häufige Arten leiden dagegen unter intensiver Land- und Forstwirtschaft.

Gewinner und Verlierer gibt es auch durch den Klimawandel.
Die bayerische Bilanz 2007 ist zwiespältig:   Über 5.000 Vogelkundler und Naturfreunde lieferten mehrere Millionen Datensätze als Basis für den Statusbericht, den ersten seiner Art in Deutschland. In Bayern erhebt der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) die Daten abgestimmt mit der Staatlichen Vogelschutzwarte in Garmisch-Partenkirchen.
 Die LBV-Artenhilfsprogramme sind erfolgreich: Arten wie Seeadler, Wanderfalke, Wiesenweihe und Weiß- und Schwarzstorch nehmen deutlich zu.  
Viele häufige Vogelarten sind dagegen auf dem Rückzug: Von 64 weit verbreiteten Arten sind 23 seltener geworden, darunter Haussperling und Mehlschwalbe. Am härtesten trifft es Vögel der Agrarlandschaft wie Feldlerche und Kiebitz, wo sie unter intensiver Landwirtschaft leiden.

Die Vögel in den Alpen, für die Bayern eine besondere Verantwortung hat, weisen überwiegende stabile Bestände auf.
Arten, die weitgehend ungestörte strukturreiche Wälder benötigen, wie das Auerhuhn oder der Dreizehenspecht, gehen allerdings zurück. Auch die Bestände von Arten der offenen alpinen Lebensräume, wie Birkhuhn und Zitronenzeisig, müssen aufmerksam beobachtet werden.

Im Wald sieht es zwar besser aus, denn naturnähere Wälder bieten bessere Lebensbedingungen für Kleiber und Buntspecht. In Bayern führen die hohen Holzpreise aber dazu, dass vielerorts alte, höhlenreiche Bäume der Motorsäge zum Opfer fallen. So fehlen den Spechten und ihren Nachmietern (z.B. Eulen und Fledermäusen) die Unterkünfte. Der LBV fordert die Waldbewirtschafter dringend auf, gerade diese wichtigen Funktionsbäume stehen zu lassen.

Dafür erfassen ca. 150 Kartierer die Vögel in auf 220 Probeflächen.
Die europäischen Regierungschefs hatten bereits 2001 in Göteborg beschlossen, dass sie den Rückgang der Biologischen Vielfalt in Europa bis zum Jahre 2010 stoppen wollen. Dieses Ziel ist auch für Bayern verbindlich. Der Nachhaltigkeitsindikator für die Artenvielfalt stagniert jedoch seit zehn Jahren und zeigt an, dass erhebliche zusätzliche Anstrengungen erforderlich sind, soll der Verlust an Biodiversität gestoppt werden. Hierzu muss auch in Bayern deutlich mehr Geld in den Naturschutz investiert werden. Der LBV fordert die bayerische Staatsregierung deshalb auf, dringend erforderliche Schutzprogramme neu aufzulegen und die erfolgreichen fortzuführen. Dazu gehört auch, Arten und Lebensräumen regelmäßig zu erfassen. Nur so gibt es aussagekräftige Daten über den Zustand von Bayerns Natur.
Hierzu muss Bayern deutlich mehr Geld in den Naturschutz investieren.

Der Statusreport sowie die Statements der neuen Präsidentin des Bundesamtes für Naturschutz, Frau Prof. Dr. Beate Jessel, DDA-Vorsitzendem Stefan Fischer und Heiner Schöpf, Leiter der Staatlichen Vogelschutzwarte in Garmisch-Partenkirchen, können auf der Homepage des LBV unter www.lbv.de herunter geladen werden.

Der Statusreport kann auch in gedruckter Form beim DDA-Schriftenversand, Regina Kronbach, Am Hohen Hain 4 d, 09212 Limbach-Oberfrohna,
E-Mail: schriftenversand@dda-web.de bestellt werden.








 

Viele Wasservogelarten nehmen zu. Denn in den immer milderen Wintern bleiben sie einfach in Mitteleuropa. So profitieren sie vom Klimawandel. Vögel, die in Afrika den Winter verbringen, leiden dagegen unter Dürren, Überweidung und den wachsenden Wüsten. Das trifft auch den Kuckuck, Vogel des Jahres 2008.
     

 
  Hilpoltstein, den 16.11.2007
V.i.S.d.P. und Ihr Ansprechpartner:
Dr. Andreas von Lindeiner, Artenschutzreferent
LBV, Eisvogelweg 1, 91161 Hilpoltstein
Tel. 09174/4775-30,
mobil: 0172/4573472
Fax 09174 / 4775-75
E-Mail: artenschutz@lbv.de, Internet: www.lbv.de
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