Starnberger See

LBV Gebietsbetreuung Starnberger See

Bitte: Ruhezonen schon ab Oktober respektieren
SCHON ÜBER 17.000 WASSERVÖGEL AM STARNBERGER SEE EINGETROFFEN

 Foto  A. Saitner

Herbstliche Wasservogelansammlung nördlich der Roseninsel
  Bereits über 17.000 überwinternde Wasservögel auf dem Starnberger See – das ist 2007 das Ergebnis der  Oktober-Wasservogelzählung des ehrenamtlichen Zählteams am vergangenen Wochenende. Schon seit den 1960er Jahren gibt es regelmäßige Bestandserfassungen, so dass eine Prognose für den kommenden Winter nicht schwer fällt: im November oder Dezember wird in der Regel der Höchststand mit etwa 20.000 Vögeln erreicht, vergangenes Jahr waren es sogar über 22.000.
Meist handelt es sich um Blässrallen und verschiedene Tauchenten, aber auch einige hundert Haubentaucher und die seltenen Prachttaucher gehören zu den regelmäßigen Wintergästen. Als Besonderheiten wurden jetzt einige Pfeifenten entdeckt, die jedoch nur auf dem Durchzug sind.

Die Brutgebiete der jetzt bei uns weilenden Wasservögel liegen in Nord- und Nordosteuropa, wo sie aber nur im Sommer ausreichend Nahrung finden. Im Winter sind dort die Gewässer zugefroren und die Wasservögel müssen zu den großen Alpenvorlandseen ziehen. Der Starnberger See gehört zu den bevorzugten Rastgebieten, weil er reichlich Nahrung bietet, sein Wasser sehr klar ist und er aufgrund seiner großen Wassermenge nur selten zufriert. Im Winterquartier ist es wichtig, dass die Vögel möglichst wenig bei der Nahrungssuche und beim Ausruhen gestört werden.

Die Fettpolster, die sie sich hier zulegen, sind entscheidend für die Fitness beim Rückflug, bei der Revierverteidigung und letztendlich für den Bruterfolg im kommenden Sommer.

Am Starnberger See gibt es fünf winterliche Ruhezonen für Wasservögel: den

Dort kann man sich auch über die freiwilligen Vereinbarungen zum Wasservogelschutz informieren, die schon 1997 von der Fischereigenossenschaft, dem Bayerischen Seglerverband, dem Bayerischen Ruderverband, den Werftbesitzern und der Bundeswehr (Tauchzentrum Percha) unterzeichnet wurden.

Die Vereinbarung über das Respektieren dieser Ruhezonen gilt eigentlich erst jeweils ab dem 1. November. Die LBV-Gebietsbetreuerin für den Starnberger See, Annette Saitner, bittet aber, schon im Oktober angesichts der großen Mengen an Wintergästen die freiwillig vereinbarten Schutzzonen zu beachten und große Wasservogelansammlungen weiträumig zu umfahren. Weil die Vögel zur Nahrungssuche auf das Flachwasser angewiesen sind, sollten außerdem die Ruderer zum Ufer einen Abstand von mindestens 500 m halten.

Wenn sie von Starnberg Richtung Süden rudern, sollten sie am besten schon auf Höhe des Forsthauses am See wenden, also vor der Roseninsel. Ansonsten ist ein Korridor etwa in der Seemitte zu empfehlen, um einen möglichst großen Abstand zur Roseninsel einzuhalten.

An die Segler appelliert die Gebietsbetreuerin, insbesondere am Karpfenwinkel die Einhaltung der Ruhezone zu beachten und die Bucht bei der Roseninsel weiträumig zu meiden.

Wer die Wintergäste in Ruhe beobachten möchte, dem sei ein Spaziergang am Ufer des Feldafinger Lenné-Parks ans Herz gelegt, am besten mit Fernglas. Dort wimmelt es derzeit von Blässrallen, Reiherenten und Tafelenten. Von den besonders schönen Kolbenenten mit ihrem fuchsroten Kopf und dem roten Schnabel sind gerade über 1000 Exemplare am See zu entdecken. Diese in Deutschland vom Aussterben bedrohte Vogelart ist hier besonders von September bis November zu sehen, danach ziehen die meisten Tiere weiter.


Annette Saitner
LBV-Gebietsbetreuung Starnberger See und Umgebung

Oktober 2007

Bereich um die Roseninsel, den
Karpfenwinkel, die
Starnberger Bucht und die  sowie das
Seeshaupter Bucht
Ostufer zwischen Assenhausen und Seeheim.
Ihre Abgrenzungen wurden im Gewässerentwicklungsplan von 2005 neu festgelegt und sind auch unter www.lbv-starnberg.de unter „Starnberger See“ einzusehen.
 

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