Forstbehörden und -betrieb

LBV Starnberg

Unternehmen Bayerische Staatsforsten - Forstbetrieb München

Vorbemerkung: Das knapp gescheiterte Volksbegehren "Aus Liebe zum Wald" konnte die einschneidende Umstrukturierung der Betreuung und Bewirtschaftung des bayerischen Staatswaldes nicht verhindern, nur abmildern. Wir hatten im Landkreis Starnberg und in Nachbarforstämtern aufgeschlossene Partner auch für unsere Anliegen des Naturschutzes gehabt.

Wir vom LBV Starnberg hoffen, mit beiden Nachfolgestrukturen - den hoheitlich agierenden Ämtern für Landwirtschaft, Ernährung und Forsten wie auch den betriebswirtschaftlich orientierten Forstbetrieben - weiterhin konstruktiv zusammenarbeiten zu können.
 
Wir folgen hier einer Selbstdarstellung des Unternehmens "Bayerische Staatsforsten" wie auch des Forstbetriebs München vom 1.7.2005, vorgestellt auf einer Pressekonferenz am 1.7.2005. Wir stellen diese hier auch deshalb vor, weil Sie wie wir die Ankündigungen - nach angemessener Frist - mit der Realität vergleichen wollen:
Mit dem "Unternehmen Bayerische Staatsforsten" ist einer der größten Forstbetriebe Mitteleuropas entstanden. In der Rechtsform einer Anstalt des öffentlichen Rechts mit Sitz in Regensburg hat es folgende Organe:

Aufsichtsrat: Vertreter aus der Bayer. Staatsregierung, Wirtschaft und dem Unternehmen

Vorstand: Dr. R. Freidhager (Vors.), R. Neft, K. Tschacha

Beirat: Vertreter aus gesellschaftlichen Interessengruppen

"Ziel des Unternehmens ist 

der nachhaltige wirtschaftliche Erfolg
im Rahmen der naturnahen Forstwirtschaft.
Die Belange von Wasserwirtschaft, Landschaftspflege, Erholung und Naturschutz sind wichtige Bestandteile unseres Unternehmenszieles.
Konkreter werden diese Ziele des Unternehmens "Bayerische Staatsforsten" im Detail benannt:
- Marktführer in naturnaher und funktionaler Forstwirtschaft
- wirtschaftlicher Erfolg
- Sicherung der Schutz- und Erholungsfunktionen (des Waldes)
- professionelles Jagdmanagement
  - wildökologische Grundsätze
  - nachhaltige Jagdnutzung
- Qualitäts-, innovations- und kundenorientierte Grudnhaltung
- zufriedene Mitarbeiter, die stolz auf ihr Unternehmen sind.
Startbedingungen:
2840 MitarbeiterInnen: "größter forstwirtschaftlicher Arbeitgeber in Deutschland"
805.000 ha Fläche, dabei 720.000 ha Staatswald, 85.000 ha waldfreie Fläche: "Verantwortung für die größte naturbelassene Fläche in der BRD."
5,0 Millionen Festmeter Holzproduktion/Hiebsatz: "größter Holzanbieter im deutschsprachigen Raum"
geplanter Umsatz p. a.: 250 Millionen EUR: "einer der größten und wertvollsten Forstbetriebe Mitteleuropas."
Struktur: 1 Zentrale, 10 überregionale Serviceeinrichtungen, 41 Forstbetriebe, 558 Forstreviere
  dazu:
naturnahe Waldwirtschaft (einschließlich Jagdmanagement) auf großer Fläche
hohes Ausbildungsniveau auf allen Ebenen."
Speziell der für den Staatsforst im Lkr. Starnberg zuständige Forstbetrieb München sieht für sich folgende allgemeinen Grundsätze:
Naturnahe Waldwirtschaft im Ballungsraum
Integration von Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion
und folgende Schwerpunktaufgaben und betriebliche Handlungsfelder
* Pflege und Entwicklung von naturnahen Mischwäldern - Verjüngung der Fichtenreinbestände in standortgemäße Mischwälder, intensive Vorausverjüngung von Schattbaumarten insb. der Buche mit dem langfristigen Bestockungsziel: 55% Nadelholz, 45% Laubholz als ökonomisch-ökologischer Optimalsituation
* stabilitätsorientierte Durchforstung der Fichten-Vornutzungsbestände, konsequente Pflege der Laubholzkulturen
* waldverträgliches Jagdmanagement
* Umsetzung des Wildparkkonzepts (Ruhezonen, Sichtzonen, Jagdzonen: Forstenrieder Park)
* Sicherung der Schutzfunktionen des Waldes
* Sicherstellung der Erholungsmöglichkeiten für die Waldbesucher, zB. Instandsetzung der Rad- und Wanderwege
* Moorrenaturierung
  Aus den Strukturdaten des Forstbetriebs München:
Fusion aus den Staatswäldern der ehemaligen Forstämter Anzing, Fürstenfeldbruck, München, Sauerlach, Starnberg und Wolfratshausen; damit zuständig für die Staatswaldbewirtschaftung von Glonn bis Fürstenfeldbruck bzw. von München bis Andechs und Geretsried
Gesamtfläche: 18.362,3 ha, davon Produktionsfläche 17.207,0 ha
Hiebsatz (mittlerer Jahreseinschlag): 166.700 fm
Bannwald: 13.351,0 ha
Erholungswald (Stufen I und II): 13.978,7 ha
Klimaschutzwald: 12.829,8 ha
Immissionsschutzwald: 11.616,2 ha
Wasserschutzwald: 3.274,8 ha
Lage in Landschaftsschutzgebieten: 15.980,4 ha
Jagdbetrieb: ca. 15.400 ha Staatsjagd, 2085,6 ha Wildpark (ein Berufsjäger), ca. 200 ständige Jagdgäste
  Ob der Forstbetrieb München auch waldpädagogische Aufgaben (Führungen) übernimmt, ist derzeit offen.
  Quelle: Willi Seerieder, Unterlagen des Forstbetriebs München vom 1.7.2005
 

H. Guckelsberger

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