Arbeitsgebiete

LBV Starnberg

Was ist das Besondere am Landkreis Starnberg ?
   
Die naturräumliche Gliederung zeigt den großen Reichtum der Naturausstattung:
Das Ammer-Loisach-Hügelland
-
die großen Zungenbecken-Seen Starnberger Sees und Ammersees,
- das voralpines Hügel- und Moorland mit den 
- Eiszerfallslandschaften mit ihren Toteislöchern und den würmeiszeitlichen (Jung-)Moränen.

Nachbar-Naturräume:
- Münchner Schotterebene, mit den jungeiszeitlichen Schotterfluren,
- Fürstenfeldbrucker Hügelland, mit den Altmoränen und Mooren und
- Donau-Iller-Lech-Platte, mit den ebenen Fluss-Schotter-Lechheiden, die als "Trockenverbundachse" eine Florenbrücke Alpen-Alb herstellt.

Gemeinsames Bindeglied ist das Ampermoos,
eines der letzten Flusstal-Niedermoore Mitteleuropas. Hier treffen kälteliebende voralpine Vegetation (Hangquellmoore, Mehlprimel-Kopfbinsenriede) zusammen mit der wärmeliebenden Stromtalvegetation des Tieflandes im Donaubereich.
Diesem Mosaik verdanken wir auch den besonderen Artenreichtum der hier vorkommenden Vogelwelt mit ca. 250 Vogelarten, die hier brüten, durchziehen oder überwintern.

Kulturlandschaft
Andererseits ist dieser Naturraum geprägt
- vom Erbe der Landwirtschaft und Fischerei
- dem Wirken von Klöstern wie Andechs, Dießen und Fürstenfeld,

aber auch belastet von
- der Nähe zum Großraum München  
  mit über 2 Millionen Einwohnern und dem daraus folgenden Naherholungsdruck und Nutzungsansprüchen
- drei stark befahrene Autobahnen und drei Flugplätze (Oberpfaffenhofen, Penzing, Fürstenfeldbruck) 
- die rasante industrielle Entwicklung zu High-Tech-Standorten (Martinsried, Oberpfaffenhofen) 
  mit ihren Begleiterscheinungen wie Flächenverbrauch, Siedlungs- und Freizeitnutzungsdruck.

Daraus folgt für uns  
eine besondere Herausforderung und Verantwortung für uns Natur- und Vogelschützer im LBV. Für den Kontinente weiten Vogelzug tragen wir (vor allem in Gestalt unserer großen Seen und Feuchtgebiete) lokal die Verantwortung - Verantwortung dafür, dass diese Seen als lebensnotwendigen "Trittsteine", die Hunderte von Kilometern weit auseinander liegen, nicht ausfallen.

Allein der Starnberger See beherbergt und ernährt im Winter als ist Rast- und Überwinterungsgebiet alljährlich bis 25.000 Wasservögel, er ist, wie der benachbarte Ammersee, ein Vogelrast- und Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung. Für uns heißt das "Global denken - lokal handeln" in seinem unmittelbaren Sinn.
Nicht gering geachtet werden sollte aber auch die Erhaltung eines Mosaiks kleiner, lokaler Biotope (etwa für Blütenpflanzen, Schmetterlinge, Amphibien) -  Ensembleschutz, wie ihn der Denkmalschutz vorgemacht hat.

   

Horst Guckelsberger

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