Arbeitsgebiete - diverse

LBV Starnberg

Schwalben im Bahnhof Herrsching

Foto: H. Guckelsberger

"Tauben weg, Schwalberl da - alles bestens!"

Für einige Aufregung hatten Anfang Mai 2006 die Stachelbänder gesorgt, die im Inneren des Bahnhofs Herrsching an den Deckenbalken angebracht wurden. Die Vogelgrippe gar war als Grund dafür bemüht worden, dass die dort jahrein, jahraus brütenden Rauchschwalben angeblich vertrieben werden sollten.
Des weiteren werden Tauben, die bisher auf dem innerhalb der Bahnhofshalle liegenden Dach des Obstladens sitzen und dort beträchtliche Mengen an Kot hinterlassen, so ausgesperrt, dass die Schwalben (nach kurzer Eingewöhnung) dennoch ihre Nistplätze erreichen können. Dies geschieht mit einem Netz aus Polypropylen von ca. 5 cm x 5 cm Maschenweite (siehe unten Links zu Presseberichten).

Was steckt dahinter?

Das Vorgehen zur Vergrämung der Stadttauben im Bahnhofsgebäude war also mit dem LBV Starnberg abgestimmt worden:
Sowohl der Hauseigentümer - derzeit die Bahn-AG - als auch die Gemeinde Herrsching haben ein berechtigtes Interesse an einem sauberen, einladenden Bahnhofsgebäude. Die notwendigen Renovierungsarbeiten wurden in den April verlegt, um die Schwalben nicht bei der Brut zu stören.
Vor einiger Zeit hatten sich Scharen von Stadttauben dort niedergelassen. Sie haben, und zwar das ganze Jahr über, dort ihren Kot hinterlassen. Die Tauben werden vergrämt, indem sie mittels Nagelstreifen (Stachelbänder) daran gehindert werden, sich auf den Balken und dem Kioskdach niederzulassen. Die Stachelbänder wurden angebracht.
Dies führte nicht nur zu einer Belästigung der Fahrgäste und Kunden, sondern auch dazu, dass der dort niedergelassene Obst- und Gemüsehändler von der Gewerbeaufsicht auf zwingende hygienische Rechtsvorschriften hingewiesen wurde. Der dazu erforderliche Gerüstaufbau wird zugleich dazu benutzt, die Balken zu streichen, was etwa alle zehn Jahre fällig ist.
Das Innere des Gebäudes muss gelegentlich renoviert werden, die Maßnahmen müssen kostengünstig und praktikabel sein. Es werden ggf. versuchsweise einige Ersatz-Kunstnester (mit Kotbrettern) für die Rauchschwalben angebracht und die weitere Entwicklung verfolgt.
  Wir als "Vogelschützer" haben ein Interesse am Erhalt dieser kleinen Rauch- und Mehlschwalbenpopulation, der wir schon seit Jahren zu helfen versuchen. Wir haben jedoch kein Interesse an einer Ansiedelung von Stadttauben. Beobachtet wird auch, wie sich nach dem Schlüpfen die flüggen Jungen mit der Umgebung arrangieren. Erforderlichenfalls können dann von uns auch gezielt einige der Nägel umgebogen werden, damit die Schwalben Platz haben, die Tauben aber nicht.
Hauptproblem waren mithin nicht die Schwalben, sondern die Stadttauben und ihre Vergrämung. Veränderungen wie auf ggf. das Anbringen von Kunstnestern oder/und Kotbrettern werden erst nach dem Wegzug der Schwalben Ende September vorgenommen, und natürlich nur in Absprache und im Einvernehmen mit dem Gebäudeeigner.
Unser vorrangiges Interesse ist es, dass der Bahnhof nicht wegen der Stadttauben und ihres Kots komplett als Brutplatz für die Schwalben verloren geht und für die Rauch- und Mehlschwalben erhalten bleibt. Nach einiger Zeit, in der Erfahrungen gesammelt werden, können wir daran gehen, einvernehmlich mit dem Eigentümer, der Gemeinde, den Mietern und Nutzern nach Lösungen zu suchen, welche die Situation der  Schwalben weiter verbessern.
Sowohl die Bahn AG wie auch die Gemeinde Herrsching haben den LBV Starnberg deswegen kontaktiert, unsere Bedenken berücksichtigt und unsere Vorschläge angenommen: eine konstruktive Zusammenarbeit, bei der neben der Bahn-AG auch der Gemeinderätin und Tourismus-Referentin Mia Schmidt zu danken ist. Auch wir können nicht die Augen davor verschließen, dass auch die Schwalben Kot fallen lassen - besonders, nachdem die Jungen geschlüpft sind. Die Bahn-AG hat sich bereit erklärt, vor allem während der Brutsaison den Bahnhof regelmäßig reinigen zu lassen. Hoffen wir also, dass es auch künftig bei der Aussage des Obsthändlers bleibt:
     

"Tauben weg, Schwalberl da - alles bestens!"

   

H. Guckelsberger

 zu Termine 2008 zu Presseartikel: Ungebetene Gäste im Bahnhof - Schwalben ja, Tauben nein (Sta-Merkur v. 11./12.08.2007)
 zu Aktuelles 2008 zu: Mit Netz gegen Tauben (SZ-STA v. 21.02.2008) (Fortsetzung der Geschichte)
 zu Pressespiegel_2008  
 zu Pressespiegel Vorjahre