LBV-Arbeitsgebiete

LBV Starnberg

Standort des Bodensee-Vergissmeinnichts Myosotis rehsteineri
im NSG "Am Ostufer des Starnberger Sees" (Naturschutzgebiet)


























Bild: Umschlagbild eines Folders "Die Strandrasen des Bodensees" (1996), Hsg. u. a. die Bezirksstelle für Naturschutz und Landschaftspflege (BNL), Freiburg i. Br.

Vor hundert Jahren noch soll es wie ein blaues Band die Kiesufer unserer nährstoffarmen, stark kalkhaltigen Voralpenseen gesäumt haben, ein Relikt aus der Eiszeit. Heute gehört es zu den seltensten Arten weltweit: das „endemische" Bodensee-Vergissmeinnicht, eine Pflanze der Strandrasen-Gesellschaft. Die Vorkommen am Lago Maggiore, am Luganer und Genfer See sind mittlerweile vollständig erloschen, nirgends auf der ganzen Welt gibt es diese unscheinbare, winzige Pflanze (Bild) mehr, nur noch an wenigen Stellen am Bodensee, am oberitalienischen Ticino - und eben am Starnberger See, und auch hier nur noch an einem einzigen Standort.

Myosotis Rehsteineri gedeiht an kiesigen Ufern, die dem Wellenschlag ausgesetzt sind, und die von frischem, nährstoffarmen Hangwasser durchsickert sind. Durch seinen niedrigen Polsterwuchs und die Fähigkeit auch zur vegetativen Vermehrung ist es optimal an das Leben im Überschwemmungsbereich des Sees angepasst, selbst mehrmonatige Überflutung übersteht es, ohne Schaden zu nehmen. Andererseits ist es überaus konkurrenzschwach: Dem Einschlämmen mit Feinsediment, der Überdeckung mit Treibgut, Trittbelastung und dem Druck durch ufernahen Aufwuchs - Weiden, Erlen, Röhricht etwa - kann es nicht standhalten.

Der Rückgang ist erschreckend: Das Bodensee-Vergissmeinnicht ist weltweit akut vom Aussterben bedroht.

Der LBV Starnberg hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen einzigartigen Standort am Starnberger See zu erhalten. Nur Spezialisten unter Anleitung von Sebastian Werner mit genauer Ortskenntnis der kartierten, unscheinbaren Pflanzen bearbeiten sorgfältig das Ufer, sie entfernen Treibgut und störenden Aufwuchs unter Schonung anderer gefährdeter Pflanzen, die dort ebenfalls zu finden sind.

Leider gibt es immer wieder „Liebhaber", die meinen, seltenen Pflanzen ausgraben zu müssen, obwohl dies streng verboten und mit Bußgeld belegt ist. Wie so oft ist auch beim Bodensee-Vergissmeinnicht das Ausgraben völlig sinnlos, weil die notwendigen natürlichen Standortbedingungen nicht nachgeahmt werden können. 

Wir appellieren an alle Freunde der Natur, an Erholung Suchende und Nutzer des Sees, an Badende wie an Angler: Respektieren Sie bereitwillig das Betretungsverbot, denn auch Ihren Tritten können die letzten Überreste des einstigen „Blauen Bandes" nicht standhalten.

zu Pressespiegel:

H. Guckelsberger 

Bezirksregierung gelobt Besserung
zu
: "Weißes Nashorn am See" (SZ-STA)

 zu: Standort am Bodensee
zu: Strandschmielen am Bodenesee
(SZ 26.3.08)

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