| LBV-Arbeitsgebiete |
LBV Starnberg |
| Standort des Bodensee-Vergissmeinnichts Myosotis rehsteineri | |
| im NSG "Am Ostufer des Starnberger Sees" (Naturschutzgebiet) | |
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hundert Jahren noch soll es wie ein blaues Band die Kiesufer
unserer nährstoffarmen, stark kalkhaltigen Voralpenseen gesäumt haben,
ein Relikt aus der Eiszeit. Heute gehört es zu den seltensten Arten weltweit: das „endemische"
Bodensee-Vergissmeinnicht, eine Pflanze der
Strandrasen-Gesellschaft. Die Vorkommen am Lago Maggiore, am Luganer und
Genfer See sind mittlerweile vollständig erloschen, nirgends auf der
ganzen Welt gibt es diese unscheinbare, winzige Pflanze (Bild) mehr, nur noch an wenigen
Stellen am Bodensee, am oberitalienischen Ticino - und eben am
Starnberger See, und auch hier nur noch an einem einzigen Standort.
Myosotis Rehsteineri gedeiht an kiesigen Ufern, die dem Wellenschlag ausgesetzt sind, und die von frischem, nährstoffarmen Hangwasser durchsickert sind. Durch seinen niedrigen Polsterwuchs und die Fähigkeit auch zur vegetativen Vermehrung ist es optimal an das Leben im Überschwemmungsbereich des Sees angepasst, selbst mehrmonatige Überflutung übersteht es, ohne Schaden zu nehmen. Andererseits ist es überaus konkurrenzschwach: Dem Einschlämmen mit Feinsediment, der Überdeckung mit Treibgut, Trittbelastung und dem Druck durch ufernahen Aufwuchs - Weiden, Erlen, Röhricht etwa - kann es nicht standhalten. |
Der
Rückgang ist erschreckend: Das Bodensee-Vergissmeinnicht ist weltweit
akut vom Aussterben bedroht.
Der LBV Starnberg hat es sich zur Aufgabe gemacht, diesen einzigartigen Standort am Starnberger See zu erhalten. Nur Spezialisten unter Anleitung von Sebastian Werner mit genauer Ortskenntnis der kartierten, unscheinbaren Pflanzen bearbeiten sorgfältig das Ufer, sie entfernen Treibgut und störenden Aufwuchs unter Schonung anderer gefährdeter Pflanzen, die dort ebenfalls zu finden sind. Leider gibt es immer wieder „Liebhaber", die meinen, seltenen Pflanzen ausgraben zu müssen, obwohl dies streng verboten und mit Bußgeld belegt ist. Wie so oft ist auch beim Bodensee-Vergissmeinnicht das Ausgraben völlig sinnlos, weil die notwendigen natürlichen Standortbedingungen nicht nachgeahmt werden können. Wir appellieren an alle Freunde der Natur, an Erholung Suchende und Nutzer des Sees, an Badende wie an Angler: Respektieren Sie bereitwillig das Betretungsverbot, denn auch Ihren Tritten können die letzten Überreste des einstigen „Blauen Bandes" nicht standhalten. |
| zu Pressespiegel: |
H. Guckelsberger |
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Bezirksregierung gelobt Besserung |
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Standort am Bodensee |