| Pressespiegel |
LBV Starnberg |
| Endemiten - Bodenseevergißmeinnicht und Strandschmielen | |
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aus: SZ vom 26.03.2008 |
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Das letzte Büschel |
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| Am Bodensee bedroht Treibholz seltene Pflanzen | |
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Schön? Nein, schön sei sein Sorgenkind eher
nicht, sagt Andreas Zehm. "Das ist halt ein Gras." Trotzdem gibt
es keine Pflanze, die dem Leiter des Artenhilfsprogramms Botanik
beim Bayerischen Landesamt für Umwelt mehr Kopfzerbrechen
bereitet als die Bodensee-Schmiele. Denn von dem Grasgewächs,
dessen wuscheliger Horst so aussieht wie er heißt, gibt es exakt
noch ein bekanntes Büschel, und zwar in Wasserburg am Bodensee. Der Schmiele und anderen Pflanzen wie dem Bodensee-Vergissmeinnicht oder dem Ufer-Hahnenfuß macht vor allem eines zu schaffen: Treibholz, und zwar ganze Wälder davon. Auf dem Alpenrhein treibt es nach jedem Unwetter vor allem ans bayerische Ufer des Sees. Laut Umweltminister Otmar Bernhard (CSU) schaufelt der Freistaat jedes Jahr mehr als 10 000 Kubikmeter Treibholz aus dem Bodensee, vom Stöckchen bis zu ganzen Bäumen. Deshalb habe das Räumboot, das für die Sicherheit der Schiffe eingesetzt wird, inzwischen die Aufgabe, auch in der amphibischen Uferwelt für Ordnung zu sorgen. Denn da, wo das Holz liegen bleibt, schrubbt es mit jeder Welle über den Kies - die Pflänzchen werden im flachen Wasser förmlich aufgerieben. Zur Rettung der Schmiele hat Botaniker Zehm nun wissenschaftliche Hilfe geordert. Mitarbeiter der Uni Regensburg sollen noch in diesem Frühsommer eine sogenannte Erhaltungskultur des letzten Büschels anlegen, zur Sicherheit. Als "lebendgebärendes" Gewächs kann die Schmiele zwar über ihre eigenen Blüten Tochterpflanzen produzieren. Doch dafür muss das Büschel erstmal lange genug überleben. |
Anders als das einsame Gras hat sich die edle
Vergissmeinnicht-Art, die neben dem Bodensee auch noch am
Starnberger See die Ufer ziert, Zehm zufolge wieder leicht
erholt". Nach der Algenbelastung der achtziger Jahre, gehe es
dem See heute wieder relativ gut. Das Pro- blem sei die Treibholzmenge bei Hochwasser; 1999 und 2005 gab es in Bayern besonders große Überschwemmungen. "Wir wissen einfach nicht, wann das nächste Hochwasser kommt", sagt Zehm. Wenn der hübsche "Endemit" - so heißen Lebewesen, die nur sehr eng begrenzt vorkommen - ein paar Jahre Ruhe habe, könne er sich erholen. ![]() Zum Vergleich: 1998 zählten die Botaniker bei Wasserburg am Bodensee 5445 blühende Vergissmeinnicht-Exemplare. 1999 waren es 1365, ein Jahr darauf 380. Aktuell liegt die dortige Population bei unter zehn Pflanzen. Das ist traurig, aber potentiell hilfreich. Denn vom Rettungsversuch der Edelpflanze könnte auch die eher spröde Schmiele profitieren. In einem Newsletter wirbt der Umweltminister mit der Überschrift: Ungewöhnliche Artenhilfe - Räumboot fürs Bodensee-Vergissmeinnicht". Die Schmiele hätte wohl kaum gezogen. |
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Marc Felix Serrao |
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| Anmerkung: Am Starnberger See bedroht weniger Treibholz als Treibgut - sogar Thujenschnitt - den kiesigen Standort des Bodensee-Vergißmeinnichts. Der LBV säubert deshalb regelmäßig und vorsichtig diesen Strandabschnitt. HG | |
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Bezirksregierung gelobt Besserung |
zu:
Standort am Bodensee |