Das Ampermoos

LBV Starnberg

Zusammenfassung NSG Ampermoos

Das Ampermoos liegt beiderseits der Amper zwischen dem Nord-Ende des Ammersees bei Stegen und dem Endmoränen-Durchbruch bei Grafrath, eingebettet zwischen den Moränenhügeln bei Arzla im Osten bzw. bei Eching, Zankenhausen und Kottgeisering im Westen. Politisch teilen sich das Ampermoos die Landkreise Landsberg, Fürstenfeldbruck und Starnberg.

Das Ampermoos ist mit ca. 550 ha eines der größten Flusstal-Niedermoor-Komplexe, die sich in Südbayern erhalten haben. Hier treffen sich die von der Donau herauf wandernden Wärme liebenden Stromtal-Pflanzenarten mit Kälte liebenden prä-alpinen Arten, die (z.B. über die Ammer) aus dem Alpenraum herabgestiegen sind. Zudem ist - oder war? - das Ampermoos ein herausragendes Brut- und Überwinterungsgebiet für bedrohte Vogelarten (Kiebitz, Bekassine, Wiesenpieper, Braunkehlchen; Kornweihe).

Dem Ampermoos droht in höchstem Maße die Gefahr des Austrocknens; schwere Trockenschäden, auch Moorsackungen sind schon zu beobachten. Grund: Die zu stark künstlich eingetiefte Amper baut nicht mehr den notwendigen hydrostatischen Gegendruck auf, um das von den seitlichen Moränenhängen herabdrückende Grundwasser im Moos zu halten - dieses Grundwasser fließt über die Amper ab. Entscheidend für eine Renaturierung des Ampermooses ist also die Wiederanhebung des Grundwasserspiegels.

Eine (Not-)Lösung ist eine "Sohlschwelle" bei Grafrath / St. Rasso. Diese würde bei einer Anhebung des Wasserspiegels bei mittlerem Wasserstand um nur 40 cm Höhe schon dafür sorgen, dass bei Niederwasser das Grundwasser nicht unter ein bestimmtes Mindestmaß absinkt. Diese Anstau-Wirkung der Sohlschwelle verringert sich zum Ammersee hin kontinuierlich. Ebenso verringert sich die Anstau-Wirkung vom Normal-Wasserstand zum Hochwasser immer mehr, bis sie bei zehnjährigem Hochwasser ganz verschwindet. Der Bau der Sohlschwelle erhöht also nicht die Hochwassergefahr, auch und gerade nicht in Eching.

 Ebenso wichtig ist eine kontinuierliche fachgerechte Pflege, welche die ursprüngliche bäuerliche Nutzung weitgehend simuliert. Vor allem die Mahd muss in Zeitpunkt und Art genau auf die Bedürfnisse der botanischen wie auch der zoologischen Zielarten ausgerichtet sein. Erste Erfolge sind z.B. auf dem LBV- Grundstück mit Strohgelbem und Fleischfarbenen Knabenkraut sowie Breitblättrigem Wollgras - alles Arten der Roten Liste - zu sehen.
Das Ampermoos ist Teil des Ramsar-Gebietes Ammersee und des EU-Vogelschutzgebietes (Special Protection Aera, SPA) Ammersee, dazu ein FFH-Gebiet nach NATURA 2000 der EU.

Der LBV Starnberg bemüht sich intensiv, dieses bislang  vernachlässigte Naturschutzgebiet zu u. a. erhalten durch:
  • Wiederaufnahme der traditionellen Streuwiesen-Nutzung unter starker Einbeziehung der örtlichen Landwirte
  • Sinnvolle und wirtschaftliche Verwertung der Einstreu durch Landwirte (Tiefstreu-/Offenställe) oder thermische Verwertung
  • Kauf wertvoller Flächen ( z.B. Hangquellmoore mit Kalktuff-Bildungen, regenerationsfähige Flächen bzw. Pufferflächen im NSG-Randbereich)
  • Übernahme umfangreicher Pflegemaßnahmen, insbesondere der Erstpflege (Entbuschen,..)
  • Durchsetzen des Baus der Sohlschwelle
  • Unterstützung des Ramsar-Gebietsbeauftragten für das Ammersee-Gebiet, Dipl.-Geogr. Christian Niederbichler und Dipl.-Forstwirt Franz Wimmer.

H. Guckelsberger

zu: Rechtliche Bestimmungen zum Bootsfahren auf der Amper
 

NSG Ampermoos - Übersicht 

Eine freudige Nachricht: Ampermoos: Sohlschwelle zur Grundwasser-Wiederanhebung hat die letzten rechtlichen Hürden genommen. (PM des LRA FFB v. 16.3.2010 und Kommentar dazu)
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