Ampermoos

LBV Starnberg

Nisthilfe für den Weißstorch am Ampermoos bei Inning
auf dem Dach des Feldstadels am Angermeier-Hof der Familie Ring Oktober 2010

Fotos: H. Guckelsberger

Eine Nisthilfe für den Weißstorch hat der LBV Starnberg Mitte Oktober 2010 auf dem Feldstadel des Angermeier-Hofes nahe dem Inninger Teil des Ampermooses aufgestellt. Die Klasse 3b der Inninger Grundschule von Frau Sibylle Schwarzbeck hat kräftig mitgeholfen, Eichen- und Weidenzweige in das verzinkte Stahlgitter des Horstaufbaus zu flechten.

Der Horst liegt am Rande des Naturschutzgebietes Ampermoos, Rinderweiden und Grünland wie auch den nahen Inninger Bach kann der Storch erreichen, ohne eine der stark befahrenen Straßen B 471 oder die A 96 überqueren zu müssen. Aber: "Horst allein lockt Störche nicht zurück" titelte der Starnberger Merkur hintersinnig: Auch das Nahrungsangebot - in unseren Breiten vorwiegend Mäuse - , aber auch Heuschrecken, Insekten, Würmer und Froschlurche findet der Weißstorch vorwiegend in extensiv genutzten feuchten Mähwiesen. Stromleitungen, die den Großvögeln zum tödlichen Verhängnis werden können, sind vom Hof weit entfernt. Neben dem Weißstorch, einer "prominenten" Vogelart, hoffen wir natürlich auch, dass Wiesenbrüter wie Kiebitz, Bekassine und Brachvogel von ähnlichen (wenn auch nicht gleichen) Bedingungen im Moos profitieren - auch sie haben eine Förderung dringend nötig.

Schon Mitte der 1990er Jahre unternahm ein Storchenpaar einen erfolglosen Brutversuch auf dem Kamin der Alten Brauerei Stegen - dort hat sich dafür der LBV Starnberg mit seiner Geschäftstelle eingenistet, wenn auch nicht auf dem Kamin. Vor einigen Jahren war eine Brut mit drei Jungstörchen auf dem (inzwischen abgerissenen) Kamin der jetzigen Montessori-Schule zunächst erfolgreich.  Vermutliche verunglückte die Störchin und ein Hagelunwetter kostete den noch wenig befiederten Jungstörchen das Leben - sie starben wohl an Unterkühlung, Beide Horste lagen aber wohl auch zu weit weg vom Nahrungsgebiet.

Verschiedentlich hat die Familie Ring schon Störche in den Wiesen um den Angermeier-Hof bei der Nahrungssuche beobachtet. In der Umgebung von Inning brütet der Weißstorch in St. Ottilien auf dem "Erzabt-Kamin", in Raisting und in  Fischen-Pähl und am Rande des Weilheimer Mooses gibt es erfolgreiche Bruten. Da die Region jedoch mit den Eisheiligen und der Schafkälte sowie mit Frühsommer-Gewittern rechnen muss, bringen die Störche keineswegs jedes Jahr ihre Jungen auch hoch - wir leben wohl am Rande des Verbreitungs-Brutgebiets. "Der Storch will nasse Füße, aber einen trockenen Kopf" lautet ein Erfahrungssatz. Wie lange es dauern wird, bis ein Storchenpaar die neue Nisthilfe annimmt, ist allerdings völlig offen.

Der neue Horst ist Bestandteil einer Initiative von Rosa Kugler, Gebietsbetreuerin für das Ampertal. Hier, zwischen Stegen und Moosburg, will sie diesen Großvogel fördern. Die fachliche Abstimmung, Planung und Organisation des Baus lagen bei Dipl.-Ing. Harald Trepte und Horst Guckelsberger vom LBV Starnberg. "Träger der Maßnahme" ist das Landratsamt Starnberg, die Finanzierung übernahm die Regierung von Oberbayern. Die Bauausführung übernahm zuverlässig die Inninger Firma rw Holzbautechnik von Johann Ritzer.

Wir danken besonders der Familie Ring für das freundliche Entgegenkommen, den Schülerinnen und Schülern der Klasse 3b mit Frau Schwarzbeck, der Gemeinde Inning und der unteren Naturschutzbehörde am Landratsamt Starnberg, Rosa Kugler und Michaela Berghofer (LPV FFB) für die fachliche Unterstützung und dem "Leitenden Ingenieur" Harald Trepte sehr herzlich für die gute Zusammenarbeit.

Horst Guckelsberger

 zu Startseite Hinweis: Broschüre: Der Weißstorch - Ein Vogel von Welt
 

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