Ampermoos - Presse

LBV Starnberg

Anhörungsverfahren und Umweltausschuss des Landkreises Landsberg

Bericht in der SZ-FFB und SZ-STA vom 7.7.2004

Brachvogel kehrt ins Ampermoos zurück

Andere Tier- und Pflanzenarten sind jedoch vom Aussterben bedroht / Sohlschwelle soll helfen

Archiv: Reger

Feuchter soll das Ampermoos bei Grafrath werden, wenn der Fluss aufgestaut wird

Von Sibylle Reiter
Eching ■ Das zirka 650 Hektar große Ampermoos, mit umliegenden Feuchtgebieten einer der größten noch bestehenden Niedermoorkomplexe in Deutschland, ist unter anderem Brutgebiet von Braunkehlchen, Wiesenpieper, Kiebitz und auf einer Fläche von 525 Hektar Naturschutzgebiet. Der Anteil bedrohter und im Rückgang begriffener Tier- und Pflanzenarten ist dort relativ hoch.

Bei einigen Tiergruppen im Ampermoos zeigen sich bereits deutliche Beeinträchtigungen, und ein erheblicher Teil der ehemaligen Streuwiesen weist starke Degradierungserscheinungen auf. Abhilfe muss her, das ist seit langem bekannt und auch geplant. Die Zeit drängt. Der Umweltausschuss des Landeskreises Landsberg hat sich in seiner Sitzung am 6. Juli mit dem Sachstand beim Ampermoos befasst und sich auf einer Exkursion über den Zustand des Naturschutzgebietes informiert. Die Probleme im Ampermoos wurden verursacht durch Eingriffe an der Amper, die zur Absenkung sowohl des Amperwasserstandes als auch des Grundwassers führten. Die Nassbereiche trockneten aus und eine zunehmende Verschilfung zeichnete sich ab. Diese Entwicklung wurde zusätzlich dadurch gefördert, dass man nach dem Krieg die traditionelle Streuwiesenpflege nach und nach aufgab und in den sechziger Jahren endgültig einstellte. Auch Überdüngung leistete einen negativen Beitrag.

Geeignete Maßnahmen gegen die Austrocknung des Ampermooses sind die Anhebung des mittleren Grundwasserspiegels, die damit verbundene Wiedervernässung und die Wiedereinführung der Streuwiesenmahd. Eine Sohlschwelle bei Grafrath, seit längerer Zeit in Planung, soll die Amper um 40 Zentimeter' anstauen. Dadurch werden maximal 50 Prozent der Fläche im Naturschutzgebiet wieder vernässt. Anstauversuche in Kottgeisering brachten positive Ergebnisse. Mittlerweile werden 100 Hektar Streuwiesenfläche von ortsansässigen Landwirten für den Eigenbedarf bewirtschaftet. Das Umweltministerium hat den Landkreis aufgefordert, für den Naturschutz bedeutsame Grundstücke zu erwerben.

Der Bayerische Naturschutzschutzfonds fördert den Grunderwerb mit 90 Prozent. Seit 1998 bis einschließlich 2003 hat der Landkreis Landsberg zahlreiche Flächen erworben.

Eine positive Nachricht überbrachte Werner Steinbach von der Unteren Naturschutzbehörde: Der Große Brachvogel, der zuletzt in den 70-er Jahren im Ampermoos erfolgreich gebrütet hatte, ist seit diesem Jahr wieder zurück im Ampermoos.


 

s. auch neuere Entwicklung:
Starnberger Merkur 27.5.2005
zu: Eine freudige Nachricht: Ampermoos: Sohlschwelle zur Grundwasser-Wiederanhebung hat die letzten rechtlichen Hürden genommen. (PM des LRA FFB v. 16.3.2010 und Kommentar dazu)
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