Ampermoos - Presse

LBV Starnberg

Störungen im NSG Ampermoos:
Starnberger SZ vom 10. Mai 2004

Brachvogel macht sich rar

Nur noch ein Pärchen im Ampermoos wegen Störungen während der Brutzeit

Von Bernard Granier

Grafrath/Inning
Für mehr Respekt im Umgang mit den Tieren in den Naturschutzgebieten rund um den Ammersee bittet der Landesbund für Vogelschutz (LBV) vor allem Spaziergänger, Mountainbiker und Hundebesitzer. Der Ramsar-Beauftragte Christian Niederbichler fordert deshalb mehr. Rücksichtnahme für den zurzeit brütenden Kiebitz und den Großen Brachvogel, von dem nur noch ein Paar im Ampermoos vorkommt.
"Wird vor allem der Große Brachvogel in den ersten fünf Tagen beim Brüten gestört, verlässt er das Gelege", sagte Niederbichler." Und da das leider immer wieder vorkommt, hatten wir hier keinen Nachwuchs mehr in den vergangenen Jahren. Doch die Vögel werden älter, und bald haben wir vielleicht keinen Großen Brachvogel mehr im Ampermoos."

Und auch die Badegäste in Stegen und Oberndorf freuen sich nicht über die so genannten" Tretminen".

 

Rücksichtslose Hundebesitzer
Vor allem rücksichtslose Hundebesitzer, die ihre Tiere über die Wiesen und in die Gebüsche laufen lassen, ärgern Christian Niederbichler. "Wenn die Besitzer und ihre Hunde auf dem Weg bleiben würden, wäre das alles kein Problem. Auch könnten sie dort frei laufen, wenn sie folgen und nicht jagen würden."
Aus diesem Grund arbeitet Christian Niederbichler jetzt mit einem Inninger Hundetrainingszentrum zusammen. Hier wird älteren Hunden speziell das Jagen abtrainiert und Welpen werden von Beginn an richtig geprägt. "Wir haben eine spezielle Methode, mit der wir eingefleischte Jäger von ihrer Passion abbringen", sagte Alexandra Grunow. "Das geschieht natürlich nicht von heute auf morgen. Die Methode besteht aus zwei Teilen. Zum einen aus intensiven Suchspielen, nach Gegenständen und Menschen, sodass die Nase des Hundes befriedigt, er im Kopf müde wird und bereit ist, mit uns zusammen zu arbeiten und natürlich auch aus speziellen Unterordnungseinheiten mit einem Abstoppkommando."

   

Massive und ständige Störungen haben den Großen Brachvogel dazu gebracht, sich neue und ruhigere Reviere zu suchen.

Archivfoto: Bauersachs

Christian Niederbichler befürwortet die Arbeit der Hundeschule: "Wir finden das klasse, dass die Ausbilder mit den Hunden auf einem Bauernhof das richtige Verhalten Tieren gegenüber trainieren. Das hilft uns natürlich ungemein", sagte der Ramsar-Beauftragte. "Außerdem lernen die Leute gleich, mit einer Tüte auch den Hundekot mitzunehmen und sich verantwortungsvoll zu verhalten, denn die Landwirte schimpfen zu Recht, wenn die Hunde in die Wiesen machen." Geplant ist in den nächsten Wochen eine gemeinsame Aktion der Hundeschule mit dem LBV: "Wir machen eine spezielle Führung für Hundebesitzer durchs Ampermoos, um ihnen zu zeigen, wo die sensiblen Zonen sind", sagte Niederbichler. "Ich hoffe, dass durch mehr Information und Aufklärung von uns das Zusammenleben einfacher wird."
 

H. G.

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