Der Ammersee

LBV Starnberg

 

Der Ammersee: Geographie / Politik / Naturschutz

 

Foto: SZ-STA / ddp

Dieses stimmungsvolle Foto verdanken wir der Starnberger SZ vom 29./30.10.2005. Es zeigt mit dem Wettersteingebirge und dem Marienmünster Dießen den Zusammenklang von Natur und Kultur am Ammersee.

Der Ammersee ist ein Zungenbeckensee, der seine letzte Überformung vor ca. 15.000 Jahren am Ende der letzten Eiszeit (Würm-Eiszeit) erfahren hat. Er hat eine Fläche von 46,6 qkm, ist maximal 81 m tief (mittlere Tiefe 37,6 m) und hat ein Wasservolumen von ca. 1.750 Mio. cbm. Seine Uferlänge beträgt 43 km. Hauptzufluss ist die von Süden kommende kommende Ammer, die durch das ausgedehnte Ammermoos am Süd-Ende des Sees fließt. Den Abfluss bildet die Amper, die im Norden bei Stegen den See durch das Ampermoos entwässert.
Die im Ammergebirge (Bild) entspringende Ammer bringt eine beträchtliche Fracht an Geschiebe und Schwebstoffen (durchschnittlich 163.000 t pro Jahr) mit, welche die Sicht im Wasser trüben und zur Verlandung führt - besonders gut erkennbar an der Ammermündung und in der Fischener Bucht. Kaltes Schmelzwasser aus dem Gebirge kühlt sommerlich-warmes Seewasser auch beträchtlich schneller ab als am benachbarten Starnberger See. Auch sind hier bei Schneeschmelze und Unwettern im Ammergebirge heftigere Schwankungen des Seespiegels zu beobachten als am benachbarten Starnberger See. Ein vollständiger Wasseraustausch findet deshalb bereits nach 2,7 Jahren (Starnberger See: 21 Jahre!) statt.
Das internationale Abkommen zum Schutz von Feuchtgebieten, die  "Ramsar Konvention" von 1971 schützt den See mit dem südlich angrenzenden Ammermoos und dem nördlich anschließenden Ampermoos seit 1976 als "Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung".

Nach der EG Vogelschutzrichtlinie von 1979 ist das Gebiet auch Europäisches Schutzgebiet (Special Protection Area SPA). Die Richtlinie hat das Ziel, sämtliche wildlebenden europäischen Vogelarten in ihrem Bestand dauerhaft zu erhalten.

Das Ostufer des Ammersees zwischen Inning/Stegen im Norden bis Wartaweil/Herrsching (bzw. Andechs) im Süden gehört zum Landkreis Starnberg. Am Südufer ist das Landratsamt Weilheim zuständig; das Westufer zwischen Diessen und Eching untersteht, wie auch die Seefläche selbst, politisch dem Landratsamt Landsberg am Lech. Eigentümer des Sees ist der Freistaat Bayern, vertreten durch die Staatliche Seenverwaltung; zuständig für die Wasserqualität ist das Wasserwirtschaftsamt Weilheim.
Kiesige Wellenschlagufer, im Verlanden begriffene Flachwasserzonen sowie das tiefe, fischreiche Freiwasser, dazu Wälder, Wiesen, Niedermoore und  ausgedehnte wie auch kleine Röhrichtzonen bieten einen vielfältigen Lebensraum und einen Reichtum an Pflanzen- und Tierarten.
Die vielfältigen Aufgaben für das Ramsargebiet Ammersee soll der hauptamtliche Ramsar-Gebietsbetreuer koordinieren, initiieren und begleiten. (siehe http://www.ramsar-ammersee.de)

H. Guckelsberger

Der Gewässerentwicklungsplan (GEP), begonnen 2005
1998 hatte der LBV Starnberg beim damaligen Umweltminister Dr. Thomas Goppel für den Ammersee "ein Leitbild und einen Gewässerpflege- und entwicklungsplan" angeregt und 1999 zugesagt bekommen. Federführend soll das zuständige Wasserwirtschaftsamt Weilheim diesen Plan ausarbeiten, im Sommer 2005 fand die erste Zusammenkunft mit Vertretern der Anliegergemeinden statt, am 8.12.2005 trafen sich zum ersten Mal Vertreter von Gemeinden, Behörden und Verbänden zu einer "Auftaktveranstaltung" in Holzhausen.
Damit wurde nach dem Chiemsee und dem Starnberger See (Veröffentlichung Mai 2005) am Ammersee als drittem See Bayerns damit begonnen, einen Gewässerentwicklungsplan (GEP) zu erarbeiten.
Als "Leitbild" wurde dabei vorgegeben
eine "naturnahe See-Entwicklung", verbunden mit einem "guten Zustand des Gewässers" (nach den Vorgaben der europäischen Wasserrahmenrichtlinie WRRL), verbunden mit
"sanfter Nutzung".
In Projekt- und Arbeitsgruppen, von Behörden bzw. Verbänden besetzt, soll unter Federführung des Wasserwirtschaftsamtes Weilheim eine Bestandsaufnahme erfolgen. In einem Vergleich mit dem Leitbild sollen mögliche Defizite festgestellt und daraus Maßnahmen in Zusammenarbeit mit den Gemeinden und Verbänden hergeleitet werden. (vgl. )  
Wir vom LBV Starnberg werden uns natürlich aktiv an der Arbeitsgruppe Naturschutz beteiligen, geht es doch um ein "Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung" (Ramsar-Gebiet), um ein Vogelschutzgebiet nach der europäischen Vogelschutzrichtlinie (SPA) und um ein Gebiet nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-RL). Der Landkreis Starnberg ist mit einer Uferlänge von etwa 25 km zwischen Stegen und Wartaweil am Ostufer wichtiger Anlieger. Wir vom LBV Starnberg können dabei auch unsere Erfahrungen bei der Erarbeitung des Gewässerentwicklungsplans für den Starnberger See einbringen.
Pressespiegel zum GEP Ammersee:    
SZ-STA vom 9.12.05    
Merkur STA vom 10./11.12.2005    
     
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