Aktuelles - Volksbegehren "Aus Liebe zum Wald"
Leserbriefe - kurz, bündig, treffend

SZ vom 22.11.2004

Baron von Rotenhan hat beim "Kampf um den Wald" erfolgreich vom eigentlichen Kern des Problems abgelenkt: Wer soll künftig die Verfügungsgewalt über die Staatswälder Bayerns haben? Kommt die Forstreform, hat die gewählte Volksvertretung, das Parlament, keine Mitsprachemöglichkeit mehr: Im Aufsichtsrat des Staatswaldunternehmens sitzen jedoch zwei "Vertreter der Wirtschaft”, wer immer das sein wird. Vielleicht die Vertreter der Großprivatwälder und jene der Holzindustrie? Die bayerischen Privatwaldbesitzer begehen eine unglaubliche Dummheit, wenn sie das Volksbegehren "Aus Liebe zum Wald" bekämpfen, anstatt die Steilvorlage des Waldbündnisses dankbar aufzunehmen. Denn sie werden es letztlich sein, die die Rechnung für die Forstreform zu bezahlen haben.
 

Carl Amery, München

Winfried Berner, Mitterfels


Unter dem Vorwand, die Reform der Forstverwaltung schaffe überhaupt erst die Voraussetzung für eine zukunftsfähige Forstwirtschaft und eine sparsame Verwaltung, soll eine seit langem bewährte Verwaltungsorganisation zerschlagen werden. Die Gegenargumente der Initiatoren des Volksbegehrens sind aus meiner Sicht richtig, und ihre Vorschläge sind überzeugend. Die Forstleute in Bayern wissen Bescheid über die negativen Folgen der geplanten Forstreform, sind aber zum Schweigen verurteilt.. Im Staatswald kann man nicht auf Gewinnmaximierung abzielen, denn er soll auch dem Gemeinwohl und dem Naturschutz dienen. Eben das will das Volksbegehren absichern.

Hier offenbart sich doch, warum die " Waldbarone" so vehement für die Forstreform der Staatsregierung eintreten: Erst - die Kompetenzzentren Bayerische Forstämter zerschlagen - und wenn es mit der Wirtschaftlichkeit dann doch nicht klappt, so sind die Herren sicher gerne bereit, edelmütig den maroden bayerischen Staatsforst günstig zu erwerben.
 

Horst Helfrich, Viechtach

Rudolf Wittmann, Ingolstadt

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