Aktuell - Pressespiegel
Volksbegehren "Aus Liebe zum Wald"

Münchner Merkur, 22.11.2004:  Leserbrief zum Waldbauern-Problem

Zur laufenden Berichterstattung zur Forstreform

"Liest man den Entwurf der Staatsregierung für das neue Waldgesetz, gibt es wunderbare Soll- und Kann-Bestimmungen für den Waldbesitz. Die Aussage ,Wald vor Wild' wird allerdings weder genannt noch sonst irgendwie gesetzlich abgesichert. Dagegen wird - unglaublich, aber wahr - ausdrücklich festgelegt, dass die mit der Bewirtschaftung des Staatswaldes betrauten Stellen unmittelbar verpflichtet sind, die Belange der Jagd zu berücksichtigen und besonders eng und vertrauensvoll mit den Jagdbehörden zusammenzuarbeiten.

Spätestens hier wird jedem Fachmann klar, dass die erhöhten Schalenwildbestände, die über das neue Waldgesetz also gesetzlich abgesichert werden, die geplanten Einsparungen locker auffressen werden. Die Jagdlobby hat das neue Waldgesetz geschaffen und unsere Fachverbände haben gedankenlos unterschrieben. Damit vertreten auch sie leider nicht den Wald, sondern die Jagd.

 


Das bedeutet, dass die durch den starken Wildverbiss geschädigten Waldbesitzer es sehr schwer haben werden, das Recht auf die kostengünstigste und ökologisch wertvollste Wirtschaftsform - die naturgemäße Waldwirtschaft - einzufordern. Der Waldbesitzer muss auf kostenintensive Pflanzung zurückgreifen oder gibt frustriert auf. Die Folgen sind bekanntlich Monokulturen mit stark verarmter Flora und Fauna sowie die damit verbundenen Sturm- und Käferkalamitäten.

Die Eigenverantwortung der Waldbesitzer wird durch das neue Waldgesetz nicht gestärkt, sondern eingeschränkt. Die Gewinner de Forstreform sind eindeutig der Landesjagdverband und die Holzindustrie, natürlich auf Kosten der Waldbesitzer und der Steuerzahler.
Um dies zu verhindern werden meine ganze Familie und ich das Volksbegehren unterstützen."

Wolfgang Sappl
Waldbauer
83607 Holzkirchen
zu: Aktuelles 2004

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