| Aktuelles |
LBV Starnberg |
| "Vogelgrippe" - zum Stand Ende August 2005 - Mitte Oktober 2005 - Februar 2006 | |
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Umsicht und Vorsicht statt Hysterie und Panik |
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SZ vom 22.8.2005 |
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| Allgemeines: | |||
| Die Grippe, die sich statistisch gesehen drei mal pro Jahrhundert zu einer Pandemie ausweiten kann, hat ihren Ursprung in Viren, die ursprünglich bei Geflügel und Wildvögeln in Südostasien auftreten ("Asiatische Grippe", "Hongkong-Grippe"). Diese Vogelgrippe-Viren (H5N1 genannt), die einen sehr schweren Krankheitsverlauf (zunächst bei Vögeln) verursachen, werden zunächst nur von Vogel zu Vogel übertragen, sodass es sich um eine reine Tierseuche handelt. Diese Vogelgrippe-Viren sind jedoch so wandlungsfähig, dass sie auch - in Kombination mit "normalen", aber hoch infektiösen "Menschen-Grippeviren" - Misch-Stämme bilden können. Diese haben dann beide Eigenschaften: schwerer Krankheitsverlauf und hohe Ansteckungsfähigkeit. Diese machen dann eine gefährliche Mensch - zu - Mensch Übertragung der ursprünglichen "Vogelgrippe" möglich. Daneben wäre eine Mutation des Vogelgrippe-Virus H5N1 zu einer auch für Menschen ansteckenden Variante des H5N1 denkbar. Sie finden die "Vogelgrippe" auch unter "Hühnerpest" oder besser unter "Aviäre Influenza". |
Die Infektion von Vögeln -
Nutzgeflügel wie Wildvögel - hat sich aber über Zentralchina
nach Westen derzeit bis zum Altai-Gebirge und zum (südlichen)
Ural, inzwischen (Oktober 2005) auch bis zu einer griechischen
Insel ausgedehnt. Meldung über Infektionen westlich des Ural
- Baschkortistan - und in Kalmückien/Kaspisches Meer -
hatten sich nicht bestätigt. Inzwischen - Februar 2006 - ist die
Aviäre Influenza aber bekanntlich auch in Westafrika, in
Österreich, Frankreich und in (Nord-)Deutschland aufgetreten. Es
dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis sie auch bei uns
auftritt. Es dauert eine knappe Woche, bis ein Verdachtsfall durch ein Referenzlabor (zB in Großbritannien) bestätigt oder widerrufen werden kann. Eine Schutzimpfung ist prinzipiell möglich, jedoch müssen dazu erst die Mensch-Mensch-Stämme der Viren aufgetreten und identifiziert sein. Problem ist dann, daraus rechtzeitig und genügend Impfstoff herzustellen. Wenn die Kapazitäten dazu in der Pharma-Industrie vorhanden sind, rechnet man mit einer Entwicklungs- und Produktionszeit von mehr als drei Monaten, bis der Impfstoff verfügbar ist. Vorher sind nur Mittel verfügbar, welche die Symptome lindern. Diese Mittel ("Tamiflu") werden vom zuständigen Ministerium bevorratet. |
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| Derzeit (Ende Februar 2006) ist noch kein derartiges, von Mensch zu Mensch übertragbares, also hochansteckendes "Kombinations-Virus" aus H5N1 und einem "normalen" Grippevirus bekannt. Die seit Ende 2003 bekannt gewordenen 121 Infektionen (mit H5N1) bei Menschen traten fast ausschließlich auf der siamesischen Halbinsel auf. Die weltweit bekannt gewordenen Todesfälle (ca. 90 bis Februar 2006), die auf das Tierseuchenvirus H5N1zurückzuführen sind, betreffen ausnahmslos Opfer, die überaus intensiven Kontakt mit infiziertem Hausgeflügel gehabt hatten, beim Schlachten etwa oder beim Ausmisten. |
Fachleute der EU und andere sehen im
Handel mit Vögeln, Federn, Eiern und Jagdtrophäen, aber
auch mit Geflügelprodukten einen Hauptgrund für
eine Verbreitung des Vogelgrippevirus. Nicht nur sie fordern,
dass zuallererst der illegale Handel
unterbunden werden muss. Eine Ausbreitung des
Vogelgrippevirus über Zugvögel ist jedoch auch
möglich. Dabei können Wildvögel mit dem H5N1-Virus infiziert
sein, ohne klinische Symptome zu zeigen. Uns vom LBV stellte sich sofort die Frage sowohl nach einer Gefährdung in den großen Vogelzug- und -rastgebieten wie dem Starnberger See und dem Ammersee, als auch die Frage nach dem Umgang mit einem möglichen Problem. |
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Woher kommen "unsere"
Wasservogel - Wintergäste? |
Was empfiehlt der LBV Starnberg? | ||
| Der Starnberger See beherbergt in den Wintermonaten von Mitte September bis Ende März zwischen 20.00 bis 25.000 Wasservögel, im Mai nur etwa 1.000. | Umsicht und Vorsicht statt Hysterie und Panik - das ist unsere Reaktion, ohne dass wir die potenzielle Gefahr verharmlosen möchten. | ||
| Ein Teil unserer Wintergäste dürfte aus der näheren Umgebung stammen. Die weit überwiegende Zahl an Wasservögeln hat seine Brutgebiete und seinen Aufenthalt im Sommer im nördlichen Mittel-Europa, vor allem in Norddeutschland, Tschechien und Polen und im Ostseeraum, im Baltikum, Schweden und Finnland, Weißrussland. Einige der Gäste dürften auch von der Eismeerküste und Nord-West-Russland (westlich des Ural) zu uns finden. Speziell die Kolbenente, von der es Brut-Populationen sowohl (u. a.) im Gebiet des Schwarzen Meeres als auch auf der Iberischen Halbinsel gibt, gehört bei uns zur iberischen Population, kommt also aus Spanien - soweit dies erforscht und uns bekannt ist. | ● | Wir achten - insbesondere bei den seit 40 Jahren laufenden Wasservogelzählungen - auf Besonderheiten im Verhalten und natürlich auf erkennbar kranke oder verendete Vögel. | |
| ● | Wir melden diese beim zuständigen Veterinäramt im Landratsamt und ggf. bei der Staatlichen Vogelwarte Garmisch-Partenkirchen des Landesamtes für Umwelt. | ||
| ● | Diese - selbstverständliche - Bitte richten wir an alle aufmerksamen Beobachter. Wir bitten zugleich, "gängige" Abnormitäten (z.B. "Kippflügel-Gen-Defekt") nicht zu berücksichtigen; sie haben mit der Vogelgrippe nichts zu tun. | ||
| Unter den Singvögeln haben wir immer wieder Jahre mit "Invasionen" von Bergfinken - sie kommen bis aus Nord-Westrussland - als auch von Seidenschwänzen - sie kommen aus Skandinavien und Nord-Westrussland. Zur Herkunft der "Trompeter-Gimpel" von 2004 wurden die Tundren westlich des Nord-Urals lokalisiert. Für Infektionen mit der "Aviären Influenza" wurden allerdings bisher fast ausschließlich Wasservögel diskutiert. Im übrigen ist nicht auszuschließen, dass ein Austausch - zB bei Schwänen - auch mit Südost-Europa, Ungarn oder dem Burgenland (Neusiedler See!) stattfindet. | ● |
Wenn Sie verendete Tiere
finden: Bitte nicht berühren oder bergen! Dies ist Sache des Veterinäramtes und ggf. der Jagdbehörde. (Sie könnten sich sonst sogar eines Verstoßes gegen das Jagdrecht - "Unberechtigte Aneignung jagdbaren Wildes" - schuldig machen!) Diese Behörden können eine Untersuchung des Tieres oder Kadavers beantragen und entscheiden, ob Infektionsgefahr besteht oder bestand. |
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Alle diese Gebiete sind Gebiete,
aus denen bisher keine Infektionen bekannt geworden sind.
Diese Feststellung soll aber nicht die Aufmerksamkeit
schmälern. Nachtrag 02_2006: Inzwischen wurden bekanntlich infizierte tote Vögel, vorwiegend Schwäne, in Kärnten und in Mecklenburg-Vorpommern festgestellt. An den bisherigen Aussagen ändert dies nach unserer Ansicht nichts. Wir wollen mit naturwissenschaftlicher Sachlichkeit verhindern, dass in einer Art Massen-Hysterie von der Öffentlichkeit weit überzogene (Präventiv-) Maßnahmen gefordert werden. (siehe in der Karikatur, rechts-oben...) |
● | Melden Sie den Fund unter genauer Angabe des Ortes, der Zeit und Ihrer Adresse umgehend dem zuständigen Veterinäramt, der Polizei oder der Gemeinde, nur im Notfall auch dem LBV: Wir sind weder mit Tiefkühltruhen noch z.B. mit Schutzkleidung ausgerüstet. Sofortige Meldung ist notwendig, weil die Viren (bei nicht gekühlten Kadavern) nur in den ersten 24 Stunden nachweisbar sind. | |
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Bei den Wasservogelzählungen 2005
und bis Mitte Februar 2006 wurde am
Starnberger See und am Ammersee nichts Auffälliges wahrgenommen,
ebenso bei veterinäramtlichen Untersuchungen, die an den Ismaninger
Speicherseen regelmäßig durchgeführt werden. Beim Auftreten der
Vogelgrippe müsste man eher von einem Massensterben von (Wasser-)Vögeln
rechnen, weniger mit einzelnen Totfunden. Im übrigen ist vor allem am Ende eines langen, harten Winters immer mit Totfunden - etwa wegen Nahrungsmangels oder Zugstress - zu rechnen. |
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Das Gesundheitsamt Starnberg empfiehlt in jedem Fall eine vorbeugende Schutzimpfung gegen die ("normale") Grippe im Herbst, auch wenn dies "eher nicht" gegen die Tierseuche "Vogelgrippe" hilft (nach SZ-STA vom 20./21.8.2005). Damit wird aber ein milderer Krankheitsverlauf wahrscheinlich und das Risiko der Entwicklung eines hochgefährlichen, humanpathogenen ("Misch-") Virus-Stammes geringer. | |
| Nicht jedes Massensterben von Wasservögeln ist auf die "Geflügelpest" zurückzuführen. Gelegentlich ist der Ausbruch von "Botulismus" dafür verantwortlich, eine bakterielle Erkrankung, bei der ein für Vögel tödliches Nervengift entsteht. Dies hat nichts mit der Vogelgrippe zu tun. |
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Für Geflügelzüchter und
-halter gelten eigene Präventionspläne und Schutzvorschriften. Kein Füttern von Wasservögeln! Der enge Kontakt zu den Tieren, aber auch zu deren Kot erhöht die Infektionsgefahr. |
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| Kontakt- und Meldeadressen: z. B. zur Meldung von Tot-Funden | |||
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Der LBV war und ist von Anfang an gerne und
unaufgefordert zu
Kooperation und Unterstützung bereit. Zuständig und verantwortlich sind jedoch das Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz mit seinen nachgeordneten Behörden, insbesondere den Veterinärämtern bei den Landratsämtern und dem Landesamt für Gesundheit und Lebensmittel (LGL) Wir gehen davon aus, dass diese Ämter im Krisenfall auch außerhalb der normalen Dienstzeiten erreichbar sein werden. |
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Dies wurde inzwischen (17.2.2006)
wie folgt geregelt: Beim Auffinden toter Wildvögel soll unmittelbar das zuständige Veterinäramt informiert werden; dieses veranlasst alles Weitere. Bürger können auch melden über: - die zuständige Gemeinde - das Landratsamt - die zuständige Polizeiinspektion (unter Verwendung der normalen Dienstnummer, nicht der allgemeinen Notrufnummer).Adressen auf neuen Stand gebracht 23.01.2008 |
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Starnberger See, Ammersee-Ostufer, Wörthsee, Pilsensee, Weßlinger See Würm bis Krailling: |
Veterinäramt beim Landratsamt
Starnberg: eMail: veterinaeramt@LRA-Starnberg.de |
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Tel. (08151) 148- 0 (Vermittlung, auch für Jagdbehörde) Tel. (08151) 148 - 383 (Veterinäramt) Tel. (08151) 148 - 493 (Tierseuchen-Veterinär) |
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| oder allgemein | Polizei PI Starnberg: (08151) 364 - 0 | ||
| Polizei PI Herrsching: (08152) 9302 - 0 | |||
| Polizei PI Gauting: (089) 89 31 33 - 0 | |||
| Polizei PI Planegg: (089) 8 99 25 - 0 | |||
| ● | Ammersee: |
Veterinäramt beim Landratsamt
Landsberg am Lech: eMail: vetamt@LRA-LL.bayern.de |
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Seefläche, Westufer, Nordufer, seeseitiges Südufer |
Tel: (08191) 129-0 (Vermittlung, auch für Jagdbehörde) | ||
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Tel. (08191) 129-181 (Veterinäramt), Tel. (08191) 129-182 (Veterinäramt) |
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| oder allgemein: |
Polizei: PI Dießen: (08807) 9211 - 0 PI Landsberg: (08191) 932 - 0 |
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landseitiges Ammersee-Südufer, Pähl, Fischen, Raisting |
Veterinäramt beim Landratsamt
Weilheim-Schongau: eMail: vetamt-wm@LRA-WM.de |
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Tel: (0881) 681-0 (Vermittlung, auch für Jagdbehörde) Tel: (0881) 681 - 501 (Veterinäramt) Tel: (0881) 681 - 500 (Veterinäramt) |
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| oder allgemein: | Polizei: Weilheim: (0881) 640- 0 | ||
| Würm in Planegg, Gräfelfing (Lkr. München) | Veterinäramt beim Landratsamt München | ||
| Tel. (089) 6221 - 0 Vermittlung | |||
| Tel. (089) 6221 - 96 Veterinärwesen Süd oder | |||
| Tel. (089) 6221 - 2375 | |||
| Polizei: PI Planegg: (089) 89925 - 0 | |||
| zu: Meldeliste für Totfunde mit Verdacht auf Vogelgrippe (obige Liste im pdf-Format). | |||
| Anstatt sich unter "Vogelgrippe" alle möglichen Zeitungsartikel zu "ergoogeln", empfehlen wir die seriöse Information, wie sie zu finden ist auf den folgenden websites: | |||
| ► Robert-Koch-Institut des Bundes: www.rki.de (dort Stichwort "Vogelgrippe", aber auch "Aviäre Influenza") | |||
| ► Friedrich-Löffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tierkrankheiten auf Riems: www.fli.bund.de | |||
| ► Bayer. Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz: www.StMugv.bayern.de | |||
| ► Bayer. Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit LGL: www.lgl.bayern.de | |||
| ►Vogelkundl. Station Untermain e.V. : http://www.vogelkunde-untermain.de/news1.htm (mit Positionspapier der Staatl. Vogelschutzwarten Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland: "Versachlichung ist angesagt.", Stand 21.9.2005) | |||
| Stand: 20.8.2005 / 14.10.2005 / 21.10.2005 / 20.2.2006/ 3.3.2006/30.03.2006 | Nach bestem Wissen, aber ohne Verbindlichkeit: | ||
| Horst Guckelsberger | |||